Abnahme von Blutkulturen: Wie viele Flaschen müssen es sein?
Ein zentrales Instrument dabei ist zweifellos die indikationsgerechte und technisch korrekte Gewinnung von Blutkulturen (BK). Die Anzucht des Erregers einer Sepsis ermöglicht eine zielgenaue Antibiotikatherapie und lässt auch Schlüsse auf die Sepsisquelle zu, deren Sanierung das oberste Ziel jeder Sepsisbehandlung sein muss.
Kontaminierte Blutkultur versus echte Sepsis
Die für die Abnahme von BK erforderliche perkutane Punktion ist allerdings mit dem Problem einer möglichen Kontamination durch Hautkeime behaftet. Es wird geschätzt, dass etwa 30–50 % aller positiven BK mit einem Kontaminationskeim, meist einem Erreger der Hautflora, kontaminiert und somit falsch positiv sind. Für die Ausschaltung dieser Fehlerquelle wurden in der Vergangenheit vielfältige Vorschläge gemacht, zum Beispiel die Ableitung der ersten Portion der Probe in ein Auffanggefäß, die verlängerte Desinfektion der Punktionsstelle oder die grundsätzliche Durchführung der Punktion mit Butterfly-Kanülen mit fixer Überleitung zur BK-Flasche. Diese Maßnahmen verringern zwar die Rate falsch positiver Kulturen, können sie aber nicht gänzlich auf 0 reduzieren.
Entnommen aus MT im Dialog 09/2026
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