Akute Sepsis bei zuvor gesunden Patientinnen und Patienten: Ist das Risiko vorauszusehen?
Eine klinische Studie untersuchte kürzlich, wie häufig ein derartiges Ereignis in einem Klinikverbund vorkommt und ob zuvor Warnzeichen erkennbar sind [1].
Methodik der Studie
An der Studie nahmen 66 Krankenhäuser aus dem US-Bundesstaat Michigan teil. Michigan ist ein Industriestaat im mittleren Westen der USA mit der bekannten Großstadt Detroit. Die an der Studie teilnehmenden Krankenhäuser gehören zu einem Klinikverbund, der bereits vor längerer Zeit einen gemeinsamen elektronischen Datenverbund gegründet hatte. Dabei werden sämtliche Behandlungsfälle in einer elektronischen Datenbank kodiert. Aus dieser können die Patientendaten in anonymisierter Form zum Zweck der wissenschaftlichen Forschung und des statistischen Datenvergleichs wieder abgerufen werden.
Der Studienzeitraum erstreckte sich von November 2020 bis Januar 2024. Für diesen Zeitraum (39 Monate) wurden aus der Datenbank alle Krankheitsfälle abgerufen, die
• eine kodierte Diagnose „Sepsis“ aufwiesen und/oder
• unter der kodierten Diagnose Pneumonie, Influenza, COVID-19 oder Lungenversagen als Primärdiagnose aufgenommen worden waren.
Die Mitarbeitenden der Forschergruppe überprüften die aufgrund dieser Suchkriterien aufgefundenen Fälle auf das Vorliegen einer Sepsis gemäß Studiendefinition. Die Studiendefinition lautete: Vorliegen einer systemischen Infektion plus Auftreten mindestens einer messbaren Organdysfunktion innerhalb der ersten 2 Tage nach der Aufnahme. Aus der Patientenakte wurden die Charakteristika der Patientinnen und Patienten, die Begleitkrankheiten, die Behandlungsmaßnahmen sowie der weitere Krankheitsverlauf entnommen. Als „zuvor gesunde“ Patientinnen und Patienten wurden diejenigen Sepsispatientinnen und -patienten definiert, die keine ernsthaften Vorerkrankungen vor der Sepsisdiagnose aufwiesen und deren Lebenserwartung nach menschlichem Ermessen altersentsprechend normal war. Sie wurden verglichen mit einem Kollektiv von Sepsispatientinnen und -patienten, die eine oder mehrere Vorerkrankungen aufwiesen.
Entnommen aus MT im Dialog 05/2026
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