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Aus der Praxis für die Praxis (46): ­Interkulturelle Zusammenarbeit im Fokus

Rolf Leicher
Foto eines Stempels mit dem Text „ARBEITSERLAUBNIS“
© Gina Sanders/stock.adobe.com
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Ausländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind eigentlich nichts Neues. Schön, wenn Zugewanderte die Arbeitsgewohnheiten und Umgangsformen am neuen Arbeitsplatz schnell verstehen.

Die vielen neuen Eindrücke verursachen aber auch Stress. In der Hektik des Alltags ist es für die Kolleginnen und Kollegen eine Herausforderung, sich richtig zu verhalten. Man muss sich nur vorstellen, wie man selbst reagiert, wenn man in einem anderen Land arbeitet und sich schnell anpassen muss.

Skepsis gegenüber Unbekanntem

Viele neigen dazu, das was sie nicht kennen, skeptisch zu sehen. Das kann den Austausch von Ideen und die Integration behindern, weil es einen Anpassungsprozess erfordert. Kulturelle Unterschiede manifestieren sich in vielen Bereichen, im Kommunikationsstil, Hierarchieverständnis oder den Arbeitsmethoden. Nur im offenen Austausch, im Gespräch können Hindernisse beseitigt werden. Ein Miteinander unterschiedlicher Kulturen ist im Alltag eine echte Herausforderung, weil Menschen anderer Nationen völlig unterschiedliche Vorstellungen von der Teamarbeit haben. Viele überrascht es, dass in Deutschland die Zusammenarbeit und die Rolle des Chefs ganz anders sind wie zum Beispiel in den arabischen Ländern. Besonders auffällig ist die stark ausgeprägte Achtung vor Autoritäten, wie es in vielen Herkunftsländern üblich ist. Deshalb treffen sie ungern eine Entscheidung alleine, fühlen sich verunsichert, wenn sie Verantwortung alleine tragen sollen. Sie gehen tendenziell vom autoritären Führungsstil aus, der in vielen Heimatländern üblich ist. Die größten Unterschiede zwischen der deutschen und anderen Firmenkulturen bestehen beim Thema „Autorität“. Hierarchien und demokratische Entscheidungen im Betrieb erlauben dem deutschen Kollegen ein aktives Mitspracherecht und verringern soziale Unterschiede. Das ist gewöhnungs­bedürftig und erfordert Aufklärung.

 

Entnommen aus MT im Dialog 06/2026

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