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Aus der Praxis für die Praxis (48)

Selbstmanagement – gut geplant ist halb erledigt
Rolf Leicher
Wegweiser vor einem Hochgebirgshintergrund, auf denen das Wort „SELBSTMANAGEMENT“ steht
© photalo/stock.adobe.com
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Die Begriffe „Effektivität“ und „Effizienz“ werden häufig verwechselt. Bei „Effektivität“ steht das gewünschte Arbeitsziel im Vordergrund. Bei „Effizienz“ heißt es, durch Selbstma­nage­ment mit dem geringsten Aufwand zu arbeiten. Für viele kommt Effektivität vor Effizienz, das Arbeitsziel hat Priorität, der Aufwand steht an zweiter Stelle. Effektiver arbeiten heißt nicht, schneller, mehr und länger zu arbeiten.

1 Bahn frei für mehr Konzentration

Wer sich fest vornimmt: „Jetzt konzentriere ich mich voll und ganz“, reduziert Ablenkungen und ist auch voll und ganz bei der Sache. Das klappt, wenn die augenblickliche Arbeit einen hohen Stellenwert hat. Hohe Konzentration führt zu größerem Kalorienverbrauch. Flüssigkeitszufuhr und Sauerstoff sind nötig, um Ermüdung zu verhindern. Beides hält länger fit. Zusätzlich kommt es auf die richtige Atmung an, mit der man vorzeitige Ermüdungserscheinungen verhindern kann. Schwierige Arbeiten werden im Leistungshoch erledigt, die Konzentrationsfähigkeit ist in dieser Zeit besser. Auch ein Raumwechsel fördert die Aufmerksamkeit, arbeiten in einem anderen Raum wird als Abwechslung empfunden. Es gibt keine Nebengeräusche von Kolleginnen oder Kollegen.

2 Arbeitsunterbrechungen im Blickpunkt

Im Tagesverlauf ist die Störungshäufigkeit sehr unterschiedlich. Zu bestimmten Zeiten fallen doppelt so viele Störungen an, meist am Vormittag. Bei der Erledigung von A-Aufgaben, die sehr wichtig und schwierig sind, müssen Störungen zumindest reduziert werden. Anrufbeantworter und Mailbox bieten eine Möglichkeit für ungestörte Zeiteinheiten. Interne Arbeitsunterbrechungen können auch im Vorfeld vermieden werden. Denn klare Anweisungen verhindern, dass es zu Rückfragen kommt. Die Unterbrechung einer laufenden Arbeit verursacht nicht nur Stress, sie kostet auch Zeit. Am Ende der Unterbrechung braucht man viel Energie, um wieder in die ursprüngliche Tätigkeit zu finden. Ein Motor, der immer wieder während des Betriebs abgestellt wird, braucht die doppelte Energie nach einer bestimmten Laufzeit.

Die größten Störer sind Telefone beziehungsweise Smartphones. Wer unterbricht, stört. Die ständige Erreichbarkeit (Stand-by-Modus) erhöht die Fehlerquote bei der Arbeit. Anrufern ist meist nicht bewusst, welche Konsequenz ihr Anruf verursacht. Schon der Blick auf das Display, um zu schauen, wer anruft, ist eine Sekunden-Unterbrechung der Arbeit.

Sich während einer Tätigkeit gedanklich mit der nachfolgenden zu beschäftigen, ist eine „Eigen-Unterbrechung“, man denkt während der Arbeit schon an die nächste und ist abgelenkt. Damit gewöhnt man sich sogar an eine Aufmerksamkeitsstörung und kann sich auf Dauer nicht mehr voll konzentrieren. Mangelnde Aufmerksamkeit fällt meist erst auf, wenn man einen Arbeitsvorgang vergisst oder eine falsche Entscheidung trifft. Bewährt hat es sich, Arbeiten zu bündeln, gleichartige Tätigkeiten am Stück zu erledigen und nicht so, wie sie gerade anfallen.

 

Entnommen aus MT im Dialog 10/2026

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