Bedeutung der Labormedizin ins Bewusstsein rücken

Welttag des Labors
Ludwig Zahn
Titelbild zu Welttag des Labors
Blick hinter die Kulissen © Universitätsmedizin Mannheim, Dirk Schuhmann
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Am 23. April hatten bundesweit zahlreiche Labore ihre Türen geöffnet. Anlass war der weltweite Tag des Labors.

Um auf die Wichtigkeit der Laboruntersuchungen hinzuweisen, fand am 23. April 2016 weltweit der Tag des Labors statt. In Deutschland hatten der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL), die Deutsche Vereinte Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL), der DVTA und weitere im Verein Labs Are Vital zusammengeschlossene Institutionen zu möglichst vielfältigen Aktionen an diesem Tag aufgerufen. Beteiligt hatten sich zum Beispiel auch die MTLA-Schulen Dr. Robert Eckert Schulen AG in Regensburg, Lette Verein Berlin, MTLA-Schule der MH Hannover sowie die Schule für Medizinisch-Technische Laboratoriumsassistenz am Uniklinikum Gießen. Hierzu gibt es einen separaten Bericht von Schülern aus Gießen, der auf www.mta-dialog.de in der Rubrik „MTA intern“ zu finden ist.

Bundesweit hatten auch zahlreiche Labore ihre Türen geöffnet und boten ein umfangreiches Programm, um der Öffentlichkeit die Bedeutung der Laboratoriumsmedizin näherzubringen. Wir haben zwei Beispiele herausgegriffen. So berichtet Prof. Dr. Michael Neumaier, Direktor des Instituts für Klinische Chemie in Mannheim, darüber, dass in diesem Jahr auch die Großanalysatoren und Laborstraßen in Aktion zu besichtigen waren.

Vom Städtischen Klinikum Solingen berichtet der dortige Leiter des Zentrallabors, Dr. Jürgen Heinrich, davon, dass ein Kurzvortrag mit anschließender Führung durch das Zentrallabor angeboten wurde. Im Anschluss daran konnten die Teilnehmer ihren Blutzucker mit POCT bestimmen lassen. Gleichzeitig wurde die Bedeutung des Blutzuckers in der Diabetes-mellitus-Diagnostik im Vortrag behandelt. Heinrich ist mit der Resonanz zufrieden.

Zahlreiche Besucher informierten sich

Ebenfalls sehr zufrieden äußerte sich Neumaier über das Feedback: „Rund 300 Besucher wurden verzeichnet. Alle Besucher waren beeindruckt von der Maschinerie, die in Gang gesetzt wird, wenn der Hausarzt eine Blutentnahme vornimmt und analysieren lässt“, so Neumaier gegenüber MTA Dialog. Rund 200 Blutentnahmen seien durchgeführt worden. Dabei seien auch mehrere unentdeckte Erkrankungen aufgefallen beziehungsweise die Nachuntersuchungen bei den Hausärzten angeregt worden, betonte Neumaier. Mehrfach sei begrüßt worden, Laborbefunde in ausreichender Zeit diskutieren zu können. Damit dürfte das erklärte Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern in Mannheim die Arbeit im medizinischen Labor mit einem Tag der offenen Tür der Zentrallaboratorien näherzubringen, aufgegangen sein.

Neumaier zieht denn auch ein positives Fazit: „Wir hatten ein großes Interesse erwartet, aber die Resonanz wurde übertroffen.“ Die Veranstaltung sei ein gutes Forum, die Bedeutung der Labormedizin darzustellen, so Neumaier. Auch Heinrich ist mit hoher Wahrscheinlichkeit beim nächsten Mal wieder mit dabei. Er sieht darin ebenfalls einen wichtigen Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit im Wettstreit mit den Mitbewerbern. Der Welt-Labortag sei ein willkommener Anlass gewesen, das Interesse an der wichtigen Arbeit in den sekundären Bereichen der Klinik zu wecken. Auch andere Labore haben durch Interviews, Rundfunk- oder Zeitungsbeiträge den Tag für PR genutzt.

Dies ist auch nötig, denn immerhin rund zwei Drittel aller ärztlichen Diagnosen beruhen auf Laboruntersuchungen oder werden durch sie bestätigt. Vielen ist diese Bedeutung jedoch gar nicht bewusst. Nach den Hausärzten sind die Labormediziner die am häufigsten konsultierte Facharztgruppe.

Steigende Anforderungen an die Qualifikation

Bei der Pressekonferenz in Berlin zum Welttag des Labors wies Christiane Maschek, Vizepräsidentin des DVTA, auf die steigenden Anforderungen an die Qualifikation der Assistenzberufe in der Laboratoriumsmedizin hin. Dies mache die Novellierung der Prüfungsordnung notwendig, so Maschek. Eine stärkere Kooperation zwischen Partnern der praktischen Ausbildung und MTLA-Schulen mit standardisierten Konzepten könne zur Steigerung der Ausbildungsqualität führen. Ebenso solle eine Möglichkeit zur dualen Ausbildung oder Teilzeitausbildung geschaffen werden, um die Attraktivität der Ausbildung zu steigern.

Um den Nachwuchs zu sichern, hat der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin e.V. (ALM e.V.) am 23. April die Nachwuchskampagne „Junges Blut im Labor“ (www.junges-blut-im-labor.de) gestartet. Auf der Website wurde ein Erklärfilm zum Thema Labordiagnostik live geschaltet. Dr. Gerald Wiegand, Geschäftsführer des ALM e.V. betonte: „Mit dem Portal ‚Junges Blut im Labor’ wollen wir gezielt junge Menschen ansprechen und ihnen die verschiedenen Betätigungsmöglichkeiten im Labor zeigen. Zahlreiche interessante Jobs und Karrierechancen in ganz Deutschland stehen zur Auswahl, für die wir junge Leute begeistern möchten.“ Die etwa 1.700 medizinischen Labore seien wichtige Arbeitgeber. „Alles in allem bietet die medizinische Diagnostik ein innovatives und vielfältiges Arbeitsumfeld, das einen unverzichtbaren Beitrag zur sicheren Patientenversorgung in Deutschland leistet“, sagte Wiegand.

Entnommen aus: MTA Dialog 2016/17 (6)

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