Einblick in die Möglichkeiten des Neuro-MRT

DIW-MTA
Christopher Kutzfeld
Titelbild zum Beitrag über Weiterbildungsmöglichkeiten auf dem Gebiet des Neuro-MRT
© keiT, stock.adobe.com
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Neuronale Bildgebung ist einer der größten Zweige der schnittbildgebenden Verfahren. Schon seit Beginn der Schnittbildtechnik werden alle schnittbildgebenden Verfahren genutzt, um neurologische Diagnosen zu verifizieren. Mit der Magnetresonanztomografie (MRT) sind die Möglichkeiten nahezu grenzenlos und noch lange nicht ausgeschöpft. Denn die MRT bietet die Möglichkeit, nicht nur anatomische Strukturen anhand ihrer materiellen Beschaffenheit, sondern auch anhand ihrer Funktionalität zu unterscheiden.

So sind vielfältige Diagnosen und Experimente möglich. Der Ruf des „langsamen“ MRT wird durch immer schneller werdende Sequenzen zunehmend falsch. Durch das hohe Potenzial des MRT in der Differenzierung von Befunden und dem Verschwinden der bekannten Nachteile ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, ob das MRT mehr Bedeutung in der Schlaganfalldiagnostik bekommen sollte. Schon jetzt stellt das MRT ein wichtiges Instrument in der therapeutischen Nachsorge dar. Des Weiteren bietet es auch bei Patientinnen und Patienten, die keine Kontrastmittel erhalten können, die Möglichkeit, Gefäße darzustellen oder eine Perfusion durchführen zu lassen. So erhält auch die Zielgruppe die Chance, eine lebensrettende Diagnose zu erhalten.

Nicht nur in der Notfalldiagnostik ist die hohe Differenzierung von Befunden ein Vorteil, über den sonst kein anderes radiologisches Verfahren verfügt. Denn in der MRT werden nicht, wie in der Radiologie üblich, Projektionen abgebildet, sondern ein, von uns nahezu beliebig beeinflussbares Signal, aufgenommen.

Das ermöglicht Anwendern zahlreiche Möglichkeiten, die wichtigen Informationen zu erhalten. Hier geht es beim „simplen“ hochaufgelösten Abbilden der Anatomie los. Mithilfe der verschiedenen Kontraste und einfacher funktionaler Bildgebung sind erste Differenzialdiagnosen möglich. Oft kann auch die Hirnmorphologie weiteren Aufschluss geben. Diese kann mithilfe von hochaufgelösten 3-D-Datensätzen präzise und einfach visualisiert werden.

Mit spezielleren Techniken ist es möglich, noch mehr Informationen über das Gewebe zu erhalten. Informationen über die molekulare Beschaffenheit können wir mithilfe der MR-Spektroskopie erhalten. Dies lässt uns auch ohne eine pathologische Untersuchung das Gewebe klassifizieren. So kann das MRT bei Tumordiagnosen allein viele, sehr wichtige Informationen bieten. Jedoch ist die MR-Spektroskopie eine sehr schwer anzuwendende Technik, die ein hohes Maß an Präzision und Kenntnis des Anwenders über sein Gerät benötigt.

Nach der Diagnosestellung kann das MRT auch noch bei der Therapieentscheidung helfen. Durch immer bessere OP-Verfahren ist es möglich, immer mehr und immer kompliziertere Tumoren zu operieren. Um neurologische Komplikationen so gering wie möglich zu halten, kann mithilfe der funktionalen MR-Bildgebung (fMRT) dargestellt werden, welche Areale im Gehirn welche Fähigkeiten steuern. So ist es möglich, dass das Risiko und die Art der möglichen neurologischen Komplikationen sehr gut abgeschätzt werden.

Die fMRT findet außerdem sehr häufig Anwendung in der Gehirnforschung, da sie über die Fähigkeit verfügt, aktive Regionen im Gehirn darzustellen. Bei der Durchführung einer fMRT-Untersuchung ist die Patientencompliance das höchste Gebot. Das stellt den Anwender vor andere Herausforderungen als üblicherweise. Die verschiedenen Experimente müssen mit dem Patienten besprochen und geübt werden, damit es trotz der eingeschränkten Möglichkeit zu interagieren, erfolgreich umgesetzt werden kann. Bei der Ausgestaltung der Experimente ist der Fantasie des Anwenders kaum eine Grenze gesetzt.

Neben der funktionalen MR-Bildgebung ist die Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) eine weitere Technik, die es ermöglicht, die Komplikationen bei risikoreichen Operationen so gering wie möglich zu halten. Mithilfe von DTI werden die Nervenbahnen visualisiert, die nahe an der OP-Region liegen. In Verbindung mit 3-D-Bildern kann so der Operateur sehen, bis wohin das Gewebe entfernt werden darf, ohne kritische Strukturen zu verletzen. So kann im Idealfall der Tumor in Gänze entfernt werden, ohne dass der Patient Komplikationen erleidet.

 


Alles in allem bietet die MRT eine Vielzahl an Techniken, die die Patientenversorgung massiv verbessern können. Viele dieser Techniken sind nicht nur hochkomplex, sondern auch schwer durchzuführen. Und die Möglichkeiten der MRT sind damit noch nicht ausgeschöpft.

Das DIW-MTA bietet eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich der MRT-Diagnostik an. Die Weiterbildung „Spezialisierung für Neuroradiologische Bildgebung“ umfasst 80 Stunden und schließt mit einer 90-minütigen Klausur ab, deren erfolgreiches Bestehen dazu berechtigt, die Weiterbildungsbezeichnung „Spezialist/-in für Neuroradiologische Bildgebung (DIW-MTA)“ zu führen. Auch der Besuch von einzelnen Seminaren aus diesem Bereich ist selbstverständlich möglich.

Weiterführende Informationen zu unseren Kurs- und Weiterbildungsangeboten finden Sie auf unserer Website www.diw-mta.de. Die Anmeldung zu den einzelnen Kursen erfolgt über unsere Kommunikationsplattform Stud.IP.


Entnommen aus MTA Dialog 7/2022

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