Endokarditisdiagnostik mittels FDG-PET/CT und FAPI-PET/CT
Stand der Dinge und neue Perspektiven der molekularen Bildgebung bei infektiösen Herzklappenerkrankungen
Ursache sind meist bakterielle Erreger, die nach hämatogener Streuung das Endokard besiedeln und dort zur Bildung von Vegetationen führen. Neben der lokalen Destruktion der Klappenstrukturen können systemische Komplikationen wie septische Embolien, Organinfarkte oder eine Sepsis auftreten.
Die Diagnostik basiert traditionell auf den modifizierten Duke-Kriterien und umfasst Blutkulturen sowie morphologische Bildgebungsverfahren, insbesondere die transthorakale und transösophageale Echokardiografie. Gerade bei Prothesenklappen, kardialen Devices oder initial noch fehlenden strukturellen Veränderungen stoßen diese Verfahren jedoch häufig an ihre Grenzen. Die Hybridbildgebung mittels Positronenemissionstomografie (PET) in Kombination mit CT oder MRT ermöglicht dagegen die Darstellung physiologischer Prozesse und kann entzündliche Veränderungen bereits nachweisen, bevor morphologische Schäden sichtbar werden. Ebenso ist diese nicht invasive Bildgebung in der Lage, eine schnelle Ganzkörperdiagnostik sicherzustellen und somit sowohl septische Embolien als auch Infektfoki zu identifizieren, die als Ursache der Endokarditis infrage kommen. Diese Fähigkeit macht sie jeder anderen Bildgebung überlegen.
FDG-PET/CT als etablierte Methode der Entzündungsbildgebung
Die Grundlage der FDG-PET/CT bildet die Darstellung des gesteigerten Glukosestoffwechsels aktivierter Entzündungszellen. Nach Aktivierung exprimieren neutrophile Granulozyten, Makrophagen und Lymphozyten vermehrt Glukosetransporter und weisen einen erhöhten Energiebedarf auf. Das radioaktiv markierte Glukoseanalogon 18F-Fluordesoxyglukose wird deshalb bevorzugt in entzündlich aktivem Gewebe angereichert und ermöglicht die hochsensitive Detektion infektiöser Prozesse.
Insbesondere bei Prothesenklappenendokarditiden hat sich die FDG-PET/CT als wertvolle Ergänzung der konventionellen Diagnostik etabliert. Zahlreiche Studien konnten zeigen, dass die Sensitivität der Duke-Kriterien durch den zusätzlichen Einsatz der PET/CT deutlich verbessert wird. Dies gilt sowohl für künstlichen als auch für biologischen Klappenersatz.
Eine besondere Herausforderung ist die physiologische FDG-Aufnahme des Herzmuskels. Kardiomyozyten können je nach Stoffwechsellage sowohl freie Fettsäuren als auch Glukose als Energieträger nutzen. Erfolgt vor der Untersuchung keine gezielte metabolische Vorbereitung, kann die physiologische Myokardanreicherung entzündliche Läsionen überlagern und die Befundung erheblich erschweren.
Aus diesem Grund kommt der Patientenvorbereitung entscheidende Bedeutung zu. Das Ziel ist die Umstellung des myokardialen Energiestoffwechsels auf die Nutzung freier Fettsäuren. Dies wird durch eine kohlenhydratarme und fettreiche Ernährung in den 36–48 Stunden vor der Untersuchung erreicht. In der Praxis bewährt haben sich Mahlzeiten mit Fleisch, Fisch, Eiern, Käse und fettreichen Milchprodukten. Ergänzend erfolgt eine mindestens 6 Stunden dauernde Nahrungskarenz vor PET-Tracerinjektion. Die erfolgreiche Suppression des physiologischen Myokardstoffwechsels ist also eine wesentliche Voraussetzung für die diagnostische Aussagekraft der Untersuchung.
DOI: 10.53180/MTIMDIALOG.2026.0782
Entnommen aus MT im Dialog 11/2026
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