Fallbericht – Akutes Abdomen
Aufgrund einer zurückliegenden Lungenarterienembolie besteht eine Antikoagulationstherapie. Der Patient war zum Zeitpunkt der Aufnahme respiratorisch und hämodynamisch stabil und zeigte keine neurologischen, pneumologischen oder kardiologischen Auffälligkeiten. Ein durchgeführtes EKG war normal.
Zur Diagnostik wurden eine Ösophago-Gastro-Duodenoskopie sowie eine Koloskopie durchgeführt. Die Ösophago-Gastro-Duodenoskopie ergab eine hypertensive Gastropathie (Schleimhautschädigung des Magens, die durch erhöhten Blutdruck in der Pfortader entsteht), eine geringgradige erosive Antrumgastritis (Entzündung im unteren Teil des Magens, bei der die schützende Schleimhaut durch Schäden angegriffen wird) sowie ein kleines Duodenalwanddivertikulum. In der Koloskopie ergab sich der Befund von 2 kleinen Schleimhautpolypen, die abgetragen und geborgen wurden. Weiterhin zeigte sich eine mäßiggradige nicht stenosierende Sigmadivertikulose (Vorhandensein von Ausstülpungen in der Darmwand des Sigma-Darms). Zur Differenzialdiagnostik erfolgte eine Biopsieentnahme.
Weiterhin wurde eine Sonografie durchgeführt, bei der zeigten sich Zeichen eines Leberparenchymschadens (Schädigung des funktionalen Gewebes der Leber) ohne vorliegende Zirrhose. In diesem Zusammenhang zeigen die Laborparameter eine bereits leicht eingeschränkte Lebersynthese bei unklarer Ätiologie der Leberparenchymveränderung. Weiterhin ergaben sich Zeichen einer Darmmotilitätsstörung sowie sehr wenig Aszites im Unterbauch. Die Gallenblase war nicht darstellbar. Der sonstige Befund war unauffällig bei schlechter Sicht bei Meteorismus. Eine durchgeführte Labordiagnostik war bis auf eine Elektrolytstörung unter Exsikkose und Niereninsuffizienz normal, insbesondere lag kein Anhalt für erhöhte Entzündungszeichen vor.
Aufgrund der vorliegenden Befunde wurde der Patient stationär aufgenommen und eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr (bei vorliegender Exsikkose unter Diarrhoe), eine Substitution von Kaliumchlorid (KCl) und Natriumchlorid (NaCl) (bei vorliegender Hypokaliämie und Hyponaträmie) sowie eine Protonenpumpeninhibitor-Therapie (Behandlung zur Senkung der Magensäure) begonnen. Der Patient war im Verlauf stabil und konnte am 3. Tag nach Hause entlassen werden.
Entnommen aus MT im Dialog 06/2026
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