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Geschlechtersensible Medizin

Schwerpunktthema Gesundheitsmanagement
Sabine Oertelt-Prigione
Visualisierung des Themas „Geschlechtersensible Medizin“ mittels eines Stethoskops und der Geschlechtersymbole
© adragan/stock.adobe.com
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Geschlecht ist komplex – was beforscht die geschlechtersensible Medizin? Geschlecht ist ein mehrdimensionales Konzept. Zur präzisen Definition wird in der Forschung und in der geschlechtersensiblen Praxis häufig die englische Terminologie übernommen, nämlich Sex und Gender.

Zusammenfassung

Lange Zeit war die medizinische Forschung vor allem auf männliche Körper ausgerichtet. Die Erkrankungen, die männliche Körper betreffen, wurden intensiver beforscht und die Symptome, von denen Patienten berichteten, als Standard gesehen. Dies führte zur mangelnden Berücksichtigung von Erkrankungen, die primär oder ausschließlich Frauen betreffen, und zu verspäteten und teils falschen Diagnosen bei Menschen, die nicht dem männlichen Standard entsprechen. Seit den 1990er-Jahren befasst sich die geschlechtersensible Medizin mit dem Einfluss von Geschlecht auf Gesundheit und Krankheit und versucht somit geschlechtsbezogene Diskriminierung im Gesundheitssystem zu verringern. Die Fragen, die hierbei gestellt werden, berücksichtigen sowohl den Einfluss des biologischen Geschlechts (im Englischen: Sex) als auch des soziokulturellen Geschlechts (im Englischen: Gender). Beispielsweise kann untersucht werden, inwiefern das Geschlecht Risikofaktoren beeinflusst oder die Entscheidung, ärztliche Behandlung in Anspruch zu nehmen. Wie ernst werden verschiedene Patientinnen und Patienten genommen, wenn sie über Schmerzen berichten? Inwiefern spielen Genetik und Hormone in der Entstehung von Erkrankungen eine Rolle und beeinflussen sie möglicherweise die Wirksamkeit von Arzneimitteln? Wie kann geschlechtersensible und auf Patientinnen/Patienten zentrierte medizinische Behandlung aussehen?

Schlüsselwörter: Gendermedizin, geschlechtersensible Medizin, biologisches Geschlecht, soziokulturelles Geschlecht

Abstract

For a long time, medical research focused primarily on the male body. Diseases affecting men were studied more intensively, and the symptoms reported by patients were considered the norm. This led to a lack of attention to diseases that primarily or exclusively affect women, and to delayed and sometimes incorrect diagnoses for people who do not conform to the male norm. Since the 1990s, gender-sensitive medicine has addressed the influence of sex on health and illness, thus attempting to reduce gender-based discrimination in the healthcare system. The questions posed in this context consider both the influence of biological sex and sociocultural gender. For example, it can be investigated to what extent sex influences risk factors or the decision to seek medical treatment. How seriously are different patients taken when they report pain? To what extent do genetics and hormones play a role in the development of diseases, and do they potentially influence the effectiveness of medications? What could gendersensitive and patient-centered medical treatment look like?

Keywords: gender medicine, gender-sensitive medicine, Sex, Gender

 

Entnommen aus MT im Dialog 05/2026

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