Haben immunsupprimierte Patientinnen und Patienten ein erhöhtes Risiko für nosokomiale Blutstrominfektionen?

Studienergebnisse einer französischen Intensivstation
Hardy-Thorsten Panknin, Stefan Schröder
3D-Illustration von Bakterien im Blutgefäß als Symbol für bakterielle Infektionen und Sepsis
© lumerb/stock.adobe.com
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Die demografische Entwicklung in den Industrienationen hat im letzten Jahrzehnt zu einer Zunahme älterer und hochbetagter Menschen geführt. Obwohl viele dieser Menschen die gewonnenen Lebensjahre bei voller Gesundheit verbringen können, steigt auch die Zahl derer, die jahrelange gesundheitliche Einschränkungen hinnehmen müssen.

Während die Alterung einzelner Organe ein seit Langem bekanntes Phänomen ist, wurde erst vor circa einem Jahrzehnt erkannt, dass auch das Immunsystem altert. Dieser Prozess, für den sich in den letzten Jahren der Begriff der „Immunseneszenz“ etabliert hat, öffnet die Tür für Autoimmun­erkrankungen und maligne Erkrankungen verschiedenster Ausprägung. Zugleich steigt die Infektanfälligkeit, während das Ansprechen auf Impfungen sich abschwächt.

Die genannten Entwicklungen bleiben nicht ohne Einfluss auf das Patientenspektrum von Intensivstationen. Immer mehr Intensiv­patientinnen und -patienten zeigen bereits bei der Erstuntersuchung immunologische Einschränkungen oder kommen mit einer immunsuppressiven Therapie zur Aufnahme. Daraus ergibt sich die Frage, ob bei diesen Patientinnen und Patienten ein erhöhtes Risiko nosokomialer Infektionen besteht und ob besondere Hygienevorkehrungen erforderlich sind. Eine Studiengruppe aus dem Universitätsklinikum von Lille in Frankreich untersuchte diese Frage am Beispiel der bakteriellen, auf der Intensivstation neu aufgetretenen Blutstrominfektion [1]

 

Entnommen aus MT im Dialog 07/2026

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