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Interoperabilität als Schlüssel 
für Patientensicherheit

Herausforderungen und Lösungsansätze im digitalen Gesundheitswesen
Gudrun Liß
Eine Person im Arztkittel mit umgehängtem Stethoskop hält eine Schiefertafel vor der Brust, auf der die Kürzel „HL7“, „IHE“, „FHIR“ und „DICOM“ zu lesen sind
© HNFOTO/stock.adobe.com
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Die Digitalisierung im Gesundheitswesen wird häufig mit Effizienzsteigerung und Innovation verbunden. Im Kern geht es jedoch um etwas Grundlegenderes: die Qualität der Versorgung und die Sicherheit von Patientinnen und Patienten. Ein entscheidender Faktor dafür ist die Verfügbarkeit vollständiger, korrekter und verständlicher Informationen zum richtigen Zeitpunkt. Genau hier zeigt sich, wie eng Digitalisierung, Qualitätsmanagement und Patientensicherheit miteinander verknüpft sind.

Zusammenfassung

Digitalisierung im Gesundheitswesen verbessert Qualität und Patientensicherheit nur dann, wenn Informationen vollständig, korrekt, ­verständlich und rechtzeitig verfügbar sind. Die heterogene IT-Landschaft erschwert dies häufig über Sektorengrenzen hinweg. HL7 FHIR bietet ein leistungsfähiges technisches Framework, schafft aber ohne präzise inhaltliche Spezifikationen keine semantische Interoperabilität. Unterschiedliche Implementierungsleitfäden erzeugen eigene Kontexte und erhöhen den Mapping-Aufwand. IHE ergänzt FHIR, indem klinische Anwendungsfälle standardisiert und praktisch ge­testet werden. Jedoch bleiben nationale Vorgaben und eine verbindliche Governance oft unzureichend. Für Qualitätsmanagement und Patientensicherheit ist daher strukturierte, kontextgebundene Interoperabilität entscheidend. Nur mit klar definierten Inhalten, abgestimmten Spezifikationen und verbindlichen Umsetzungsregeln kann Digitalisierung ihren Nutzen im Versorgungsalltag entfalten.

Schlüsselwörter: Digitalisierung, Interoperabilität, Patientensicherheit, Qualitätsmanagement, HL7 FHIR

Abstract

Digitalisation in healthcare improves quality and patient safety only if information is complete, accurate, understandable and available at the right time. This remains challenging across sectors due to heterogeneous IT systems, formats and interfaces. Although HL7 FHIR provides a powerful technical framework, it does not ensure semantic interoperability without precise content specifications. Different implementation guides create distinct contexts and increase mapping efforts. IHE complements FHIR by standardising clinical use cases and testing implementations in practice, yet national specifications and binding governance remain insufficient. For quality management and patient safety, structured and context-bound interoperability is therefore essential. Only clearly defined content, coordinated specifications and enforceable implementation rules will enable digital tools to deliver real benefit in routine care.

Keywords: digitalisation, interoperability, patient safety, quality management, HL7 FHIR

 

Entnommen aus MT im Dialog 08/2026

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