Premium Neurologie

Narkolepsie – wenn Wachen und Schlafen miteinander verschmelzen

Schwerpunktthema Autoimmunerkrankungen
Björn W. Walther
Foto einer über ihre Notizen gebeugt schlafenden Frau
© PheelingsMedia/stock.adobe.com
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Üblicherweise erleben wir die Abgrenzung zwischen Wachen und Schlafen eindeutig. Diese Abgrenzung ist aber bei der Narkolepsie gestört. Elemente von Wach und Schlaf vermischen sich plötzlich miteinander. Das heißt, ich schlafe plötzlich mitten im Gespräch ein oder habe traumartiges Erleben im Wachzustand oder ich wache aus dem Schlaf heraus auf und kann mich nicht bewegen, weil meine Muskulatur noch in der Atonie des Schlafes verharrt.

Zusammenfassung

Die Narkolepsie ist eine seltene Erkrankung und wird vermutlich auch immer noch zu selten diagnostiziert. Es gibt typische Charakteristika und Teilsymptome, die eine Narkolepsie kennzeichnen. Diese aus den Angaben der Betroffenen zu entschlüsseln, ist allerdings nicht immer ganz leicht. Das Hauptsymptom ist eine erhöhte Tagschlafneigung, zumeist verbunden mit ungewolltem Einschlafen und Kataplexien. Zunehmend mehr Erkenntnisse zur Pathophysiologie lassen an eine autoimmunologisch bedingte entzündliche Genese neben einer genetischen Prädisposition denken. Die Diagnose kann mithilfe der Liquordiagnostik zur Bestimmung erniedrigter Hypokretinkonzentrationen und charakteristischer polysomnografischer Merkmale sehr gut gesichert werden. Typisch in der Polysomnografie sind Einschlaf-REM-Episoden sowohl in der Nacht als auch in Tagschlafuntersuchungen. Der multiple Schlaflatenztest (MSLT) und Vigilanztests sind wichtige Werkzeuge in der Diagnostik. Therapeutisch sind neben medi­kamentösen Strategien zur Verbesserung von Vigilanz und ­Unterdrückung von Kataplexien tagesstrukturierende und ­sozialmedizinische Empfehlungen bedeutsam.

Schlüsselwörter: Narkolepsie, Polysomnografie, multipler Schlaf­latenztest, MSLT

Abstract

Narcolepsy is a rare disease and is likely still underdiagnosed. ­There are typical characteristics and partial symptoms that define narcolepsy. However, deciphering these from the reports of those affected is not always easy. The main symptom is an increased day time sleepiness, usually associated with unwanted sleep episodes and cataplexy. Increasing insights into the pathophysiology ­suggest an autoimmune-related inflammatory genesis alongside a ­genetic predisposition. The diagnosis can be well established using cerebrospinal fluid diagnostics to determine decreased hypocretin concentrations and characteristic polysomnographic features. Typical findings in polysomnography include REM sleep episodes occurring both at night and during daytime sleep studies. The multiple sleep latency test (MSLT) and vigilance tests are important tools in the diagnosis. Therapeutically, in addition to pharmacological strategies to improve vigilance and suppress cataplexy, structuring daily activities and social medical recommendations are significant.

Keywords: narcolepsy, polysomnography, multiple sleep latency test, MSLT

DOI: 10.53180/MTIMDIALOG.2026.0098

 

Entnommen aus MT im Dialog 02/2026

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