Projekte in der Magnetresonanz-Bildgebung ausgezeichnet

Universität zu Lübeck
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Forschungsarbeiten zur Strömung der Atemluft beim Schlafapnoe-Syndrom und zur doppelt diffusionsgewichteten Kernspintomographie wurden auf der Tagung der ESMRMB ausgezeichnet.

Auf der 33. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Magnetresonanztomographie in Medizin und Biologie erhielten zwei Wissenschaftlerinnen des Instituts für Medizintechnik jeweils einen Preis für ihre Beiträge. Die Tagung der European Society for Magnetic Resonance in Medicine and Biology (ESMRMB) fand vom 29. September bis 1. Oktober 2016 in Wien statt.

Arbeit im Bereich Schlafapnoe ausgezeichnet

Pragathi Gurumurthy, Doktorandin aus Indien, wurde mit dem wichtigsten Posterpreis der Tagung, dem „Magna Cum Laude Award“, für ihre Arbeit über Messungen der Strömungsverhältnisse in einem Modell der Luftwege von Patienten ausgezeichnet, die am Schlafapnoe-Syndrom leiden. Ihr Beitrag „Study of fluid flow patterns in a human pharynx phantom using phase contrast-MRI“ berichtet über die bei diesem verhältnismäßig häufigen Syndrom auftretenden Atemstillstände, die zu einer Reihe von negativen gesundheitlichen Folgen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und selbst Schlaganfall führen können.

Numerische Simulationsrechnungen zu den Strömungsverhältnissen

Wenn die Atemstillstände im Schlaf nicht durch den durch eine Atemmaske hergestellten permanenten leichten Überdruck beseitigt werden können, muss in manchen Fällen die Geometrie der oberen Atemwege operativ verändert werden. Die Art der Veränderung muss individuell geplant werden. Vorherzusagen, wie sich dabei die Strömungsverhältnisse verändern, ist aber immer noch schwierig und deshalb Gegenstand aktueller Forschungen. In dem Kongressbeitrag wurden numerische Simulationsrechnungen zu den Strömungsverhältnissen mit Hilfe von kernspintomographischen Messungen an einem im 3D-Drucker entstandenen Modell validiert.

Arbeit seit 2015 am Modell

Die 25-jährige Pragathi Gurumurthy, geboren in Karnataka, Indien, studierte Computational Mechanics of Materials and Structures an der Universität Stuttgart. Seit 2015 arbeitet sie an ihrem Promotionsprojekt zur Atemwegssimulation am Institut für Medizintechnik der Universität zu Lübeck.

Methodik der doppelt diffusionsgewichteten Kernspintomographie

Patricia Ulloa, Doktorandin aus Chile, erhielt einen „Certificate of Merit Award“ für ihren Beitrag „Water-in-oil emulsion as a simple phantom for validation of double diffusion encoding MRI sequences“ zur Methodik der doppelt diffusionsgewichteten Kernspintomographie. Ziel ihrer Arbeiten ist es, neue nichtinvasive Wege der Beurteilung der Gewebestruktur zu finden, die es ermöglichen, pathologische Veränderungen aufzuspüren. Solche Methoden haben den Vorteil, dass sie Informationen über mikroskopische Strukturen liefern, deren Größe weit unterhalb der eigentlichen Ortsauflösung der kernspintomographischen Bilder liegt. Der ausgezeichnete Beitrag stellte ein Messphantom her, das sich durch seine mikroskopische Struktur zur Validierung solcher Messungen eignet.

Ulloa forscht seit 2013 in Lübeck

Patricia Ulloa stammt aus dem südlichen Chile, studierte zunächst Biomedical Engineering in Valparaíso (Chile) und schloss ein folgendes Masterstudium an der Universität Duisburg-Essen mit einer Arbeit am Erwin L. Hahn-Institut für Magnetresonanzbildgebung mit dem M.Sc. in Water Science ab. Die 32-jährige Doktorandin forscht seit 2013 am Institut für Medizintechnik der Universität zu Lübeck in der Arbeitsgruppe Magnetresonanz-Bildgebung.

Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen betont

Beide Wissenschaftlerinnen erhielten eine Förderung der Graduate School for Computing in Medicine and Life Sciences der Universität zu Lübeck. Prof. Martin Koch, Leiter der Arbeitsgruppe Magnetresonanz-Bildgebung am Institut für Medizintechnik, betont: „Diese beiden Erfolge sind auch deshalb besonders erfreulich, weil sie sich aus der Zusammenarbeit verschiedener Arbeitsgruppen des Instituts und unter Mitwirkung von Studierenden ergeben haben. Hier wirken verschiedene Disziplinen an der Schnittstelle zwischen methodischer Entwicklung und klinischer Anwendung erfolgreich zusammen.“ (idw, red)

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