Bei vielen Krebsarten gibt es oft keine Alternative. Dann kommt die Strahlentherapie zum Einsatz. Doch wie bei vielen Therapien gibt es auch hierbei Nebenwirkungen. Zu den häufigsten gehören Hautschäden bis hin zu chronischen Entzündungen und Fibrosen. Derzeit können solche Langzeitschäden jedoch nur symptomatisch behandelt werden. Und sie können noch Monate bis Jahre nach der Behandlung zu verdickter, schmerzender oder empfindlicher Haut führen. Einem Team um den LMU-Mediziner Professor Peter Nelson (LMU Klinikum) sowie Roger Sandhoff und Peter E. Huber vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist es nun gelungen, ein Protein namens Dickkopf 3 (DKK3) als einen Hauptverursacher für langfristige Hautschäden nach Strahlentherapie zu identifizieren – ein entscheidender Schritt für die Entwicklung neuer, gezielterer Therapieoptionen.
DKK3 wird nach Bestrahlung aktiviert
Die Forscherinnen und Forscher konnten mithilfe von Untersuchungen an Mausmodellen sowie menschlichen Hautzellen und Gewebeproben nachweisen, dass DKK3 nach Bestrahlung in einer bestimmten Gruppe von Hautzellen aktiviert wird, die für die Erneuerung der Haut verantwortlich sind. Diese Aktivität löst eine Kettenreaktion aus, die Entzündungen und die Bildung von narbenähnlichem Gewebe fördert und zu chronischen Hautschäden führt. „Ähnliche Prozesse haben wir auch in der Niere beobachtet“, sagt Nelson. „Das deutet darauf hin, dass die Aktivierung von DKK3 ein grundlegender Mechanismus ist, der Fibrose in unterschiedlichen Geweben vorantreibt.“
Hautschäden verhindern?
Diese Ergebnisse unterstreichen nach Ansicht des Forschungsteams, dass DKK3 ein vielversprechendes neues Behandlungsziel darstellt. „Medikamente, die DKK3 blockieren, könnten eines Tages dazu beitragen, langfristige Hautschäden nach einer Strahlentherapie zu verhindern oder zu reduzieren und so die Lebensqualität von Krebspatienten und Überlebenden zu verbessern“, hofft Nelson. Zudem wird derzeit untersucht, ob dieser Ansatz auch zur Vorbeugung von Narbenbildung in anderen Organen beitragen könnte.
Quelle: idw/LMU
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