Akute Lungenembolie: direkte Behandlung via Katheter

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Darstellung eines menschlichen Körpers mit hervorgehobenem Brustbereich und einer Nahaufnahme eines Blutgerinnsels, symbolisiert Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
© Matthieu/stock.adobe.com
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Eine akute Lungenembolie kann lebensbedrohlich werden und sollte direkt behandelt werden. Eine aktuelle Studie untersuchte eine neue Methode, bei der das thrombolytische Medikament direkt in die Lungenarterien verabreicht wird.

Etwa 15 Prozent der Patientinnen und Patienten einer akuten Lungenemobolie können an den Folgen sterben. Denn das Blutgerinnsel kann die Fähigkeit des Herzens beeinflussen, Blut durch die Lunge zu pumpen – mit lebensbedrohlichen Folgen. Bisher erfolgt die Behandlung mittels blutgerinnselauflösenden, sogenannten thrombolytischen Medikamenten. Doch diese können wiederum starke Nebenwirkungen haben, da sie das Risiko für schwere Blutungen erhöhen, insbesondere im Gehirn. Ein Forschungsteam der Universität Mainz untersuchte nun ein Verfahren, bei dem ein thrombolytisches Medikament über einen Katheter direkt in die Lungenarterien injiziert wird. Verglichen wurde die neue Behandlungsmethode mit der bisherigen Standardtherapie.

Gezielte Behandlung via Katheter

Dabei verspricht die neue Methode eine gezieltere Behandlung. Der Katheter wird über die Leiste bis in die Lunge eingeführt, wo dann das thrombolytische Medikament ins Blutgerinnsel abgegeben werden kann. Zusätzlich zum Medikament wird Ultraschallenergie eingesetzt, um den Abbau des Blutgerinnsels zu beschleunigen. Das reduziert die Behandlungszeit sowie die Dosis des Thrombolytikums. Getestet wurde das neue Verfahren an insgesamt 544 Patientinnen und Patienten. Eine Gruppe erhielt die ultraschallgestützte Therapie, während die andere Kontrollgruppe die Standardtherapie in Form von Antikoagulanzien erhielt. 

Während innerhalb der ersten sieben Tage die Sterblichkeit oder ein lebensbedrohlicher Herz-Kreislaufkollaps in der Gruppe der kathetergestützten Therapie bei 4 Prozent lag, lag sie in der Kontrollgruppe bei 10,3 Prozent. Das entspricht einer signifikanten Senkung dieses primären Endpunktes um 61 Prozent. Insgesamt traten schwere Komplikationen selten auf und Hirnblutungen wurden in keiner der beiden Gruppen beobachtet.

Literatur:
Rosenfield K, Klok F.A., Piazza G, Konstantinides S.V. et al.: Ultrasound-Facilitated, Catheter-Directed Fibrinolysis for Acute Pulmonary Embolism. New England Journal of Medicine, 2026; DOI: 10.1056/NEJMoa2516567.

Quelle: idw

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