Alzheimer-Blutmarker bei Herz- und Nierenerkrankungen?

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Nahaufnahme von Händen in blauen Handschuhen, die eine Blutprobe in einem Röhrchen halten, mit medizinischen Unterlagen und weiteren Proben im Hintergrund.
© Pixel-Shot/stock.adobe.com
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pTau ist vor allem als Blutmarker und früher Hinweis für eine Alzheimererkrankung bekannt. Forschende haben nun entdeckt, dass erhöhte Werte auch auf zwei seltenere Erkrankungen bei Herz und Niere hinweisen.

Das phosphorylierte Tau-Protein weist frühzeitig auf eine Alzheimererkrankung hin. Doch Forschende des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH) konnten zeigen, dass erhöhte pTau-Werte auch auf zwei seltenere Herz- und Nierenerkrankungen hinweisen: Transthyretin-Amyloidose und Immunglobulin-Leichtketten-Amyloidose. Dies sind die beiden häufigsten Formen einer systemischen Amyloidose. 

Bei diesen Erkrankungen lagern sich ebenfalls fehlerhafte Eiweißstoffe, Amyloide, im Körper ab. Jedoch lagern sich diese nicht im Gehirn, wie bei Alzheimer, sondern in Herz und Niere an und andere Moleküle sind an den Erkrankungen beteiligt. Dennoch konnten die Forschenden eine ähnliche Reaktion im Blut wie bei Alzheimer beobachten. Damit können erhöhte pTau-Werte nicht nur bei Alzheimererkrankungen auftreten, sie können auch für andere Amyloid-Erkrankungen sprechen. Für die beiden genannten Erkrankungen ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten zur Diagnose. 

Zudem verdeutlichen die Ergebnisse eine umfassende Diagnostik bei Alzheimer. „Der Blutspiegel von pTau ist kein eindeutiger Alzheimer-Marker. Zusätzlich sollte man weitere Daten heranziehen, um eine Alzheimer-Erkrankung zu diagnostizieren oder deren weiteren Verlauf abzuschätzen. Im Gegensatz zu manchen Überlegungen sollte pTau nicht das alleinige Diagnosekriterium sein. Das ist umso wichtiger, wenn keine kognitiven Defizite vorliegen, sich die mutmaßliche Alzheimer-Erkrankung also noch im Frühstadium befindet“, erläutert Prof. Matthias Jucker, Neurowissenschaftler am DZNE und HIH.

Ebenfalls relevant sind die neuen Erkenntnisse für eine Polyneuropathie (PNP), einer Nervenerkrankung mit Kribbeln und Taubheitsgefühlen in den Händen und Füßen. Die PNP kann durch eine Amyloidose verursacht werden, aber auch andere Ursachen haben. Der pTau-Wert kann hier Hinweise auf die Ursache geben. Bisher ist den Forschenden unbekannt, wieso es zu den erhöhten pTau-Werten bei den Amyloidosen kommt. Eine Vermutung von Jucker lautet, dass umliegende Zellen pTau als eine Form der Stressreaktion freisetzen.

Literatur:
Kaeser SA, Schultz SA, Hofmann A. et al.: Blood phosphorylated Tau elevation in immunoglobulin light chain and transthyretin amyloidosis. Nature Medicine (2026); DOI: 10.1038/s41591-026-04272-2.

Quelle: idw

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