Automatisierte Kryokonservierung

Vitrifikation
mg
Laborant in Schutzkleidung arbeitet an einer Maschine mit roten Proben in einer sterilen Umgebung. Im Vordergrund sind Probenbehälter und etwas wie Trockeneis sichtbar.
Manuelle Abläufe dominieren noch immer die Kryokonservierung von Zellen und komplexen Geweben – diese mit mikrosystembasierten Trägern schrittweise zu automatisieren, ermöglicht eine verlässlichere Standardisierung und reduziert manuellen Aufwand. © Fraunhofer IWS
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In der Kryokonservierung müssen viele Arbeitsschritte immer noch von Hand durchgeführt werden – eine fehleranfällige und aufwendige Arbeit. Vor allem, da sie durch Gewebemodelle immer wichtiger wird in Bereichen der Wirkstoffentwicklung. Fraunhofer-Institute haben gemeinsam an Möglichkeiten gearbeitet, die einzelnen Prozesse zu automatisieren.

Funktionale Gewebemodelle werden wichtiger für die Toxikologie, regenerative Medizin und auch die Wirkstoffentwicklung. Doch ihre Kryokonservierung ist aufwendig und fehleranfällig. Händische Abläufe dominieren die Arbeit und Temperatur- und Medienwechsel müssen zeitlich gut getaktet sein – eine Aufgabe, die viel Erfahrung erfordert und die Möglichkeiten zur Standardisierung erschwert. Das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS hat nun mit anderen Fraunhofer-Instituten gemeinsam eine Plattform entwickelt, wodurch die Vitrifikation reproduzierbar und standardisierbar gemacht werden soll: „COLDIMPACT+“.

Vergleichbare und wiederholbare Ergebnisse

Das Projekt schafft industrienahe Prozesse, die manuelle Einzelarbeit ablösen können. Prinzipien der industriellen Automatisierung werden auf die Kryobiologie übertragen: Integrierte Sensoren und Kameras überwachsen die einzelnen Schritte, Gewebeschnitte lagern auf mikrosystemtechnisch aufgebauten Trägern, welche die Prozessschritte durchführen. „Wir wollten einen Prozess entwickeln, der unabhängig von individueller Erfahrung reproduzierbar funktioniert“, sagt Dr. Florian Schmieder, Gruppenleiter Mikro- und Biosystemtechnik am Fraunhofer IWS. „Die Automatisierung ermöglicht die Stabilisierung kritischer Übergänge und reduziert Eingriffe auf ein Minimum.“

Gewebekryokonservierung:
Zur langfristigen Lagerung biologischer Proben bei sehr niedrigen Temperaturen dient die Gewebekryokonservierung. Dabei sollen Struktur und Funktion der Gewebe vollständig erhalten bleiben. Ein zentraler Bestandteil ist die Vitrifikation: die glasartige Erstarrung der Probe ohne Eiskristallbildung, die die Zellstrukturen zerstören würden.

 

Dabei werden funtionale Eigenschaften und morphologische Strukturen erhalten, wodurch sich die Plattform vor allem für präklinische Anwendungen eignet. Anspruch an das Projekt war von Beginn an der mögliche Transfer. Es können Anpassungen vorgenommen werden, um die Plattform auf unterschiedliche Gewebearten, Kryoprotektiva und Prozessparameter einzustellen. Standardisierte Protokolle werden unterstützt, um regulatorische Anforderungen vorzubereiten.

Vor allem beim Probendurchsatz werden die Vorteile der Automatisierung deutlich. Manuelle Verfahren erlauben 10 bis 20 Proben pro Vormittag, dank der Automatisierung sind einhundert bis zweihundert Proben möglich bei gleichzeitig sinkendem Arbeitsaufwand. 

Quelle: idw

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