Der persönliche Briefwechsel wird immer seltener – bei der DKMS boomt er jedoch. Denn für Stammzellspenderinnen und -spender und ihre Empfänger stellt er anfangs die einzige Möglichkeit dar, miteinander in Kontakt zu treten. Rund 4.100 Briefe erreichten allein 2025 über die Abteilung Spender-Patienten-Kontakte der DKMS ihre Adressaten. Damit ist der Brief bei der DKMS alles andere als ein Auslaufmodell. Zum Weltposttag am 9. Oktober gibt die Organisation einen Einblick in die Briefe.
Was schreibt man einer Person, die das eigene Leben oder vielleicht das des eigenen Kindes gerettet hat? „Hallo, du wundervoller Herzensmensch“, beginnt eine Mutter den Brief an den Lebensretter ihres Sohnes. „Durch deine Tat haben wir nicht nur Hoffnung zurückgewonnen, sondern auch das unschätzbare Glück, unser Kind wieder lachen und träumen zu sehen“, schreibt sie weiter. „Dein Mitgefühl hat unser Leben für immer verändert.“
Vorgeschriebene Anonymitätsfrist
Die Eltern einer anderen kleinen Empfängerin schreiben dem Lebensretter aus der Sicht des Kindes: „Du kannst dir nicht vorstellen, wie dankbar mein Papa und meine Mama sind. Du hast ‚ja‘ gesagt, um mir zu helfen. Du hast meinem Körper Zellen geschenkt, die ihre Aufgabe erfüllen – Blut bilden. Etwas später heißt es im Brief: „Ich muss dich kennenlernen und Danke sagen.“
Zwei Jahre nach der Stammzellspende lässt die in Deutschland und vielen anderen Ländern vorgeschriebene Anonymitätsfrist keine andere Kontaktaufnahme als den persönlichen Brief zu. Namen, Ortsangaben oder spezifische Angaben zur eigenen Person dürfen darin allerdings nicht genannt werden. Die DKMS liest alle Texte vor der Weitergabe und entfernt gegebenenfalls solche Hinweise.
Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen
4.098 Briefe zwischen Stammzellspendern und ihren genetischen Zwillingen hat die DKMS 2025 ausgetauscht. Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. 2022 waren es bei der DKMS 3.128 Briefe, 2023 waren es 3.429 und 2024 waren es 3.670 Briefe.
„Briefe zwischen unseren Spendern und ihren Empfängern in aller Welt auszutauschen, gehört zu unseren emotionalsten und schönsten Aufgaben“, sagt Andreas Walz, Abteilungsleiter Spender-Patienten-Kontakte. „Von der tiefen Dankbarkeit der Empfängerinnen und Empfänger zu lesen, aber auch von der Freude auf der anderen Seite, eine zweite Lebenschance geschenkt zu haben, sorgt im Team regelmäßig für feuchte Augen.“
Sind beide Seiten einverstanden, dürfen zwei Jahre nach der Spende die Adressen ausgetauscht werden, sofern die rechtlichen Bestimmungen es auch im Land der Empfängerinnen und Empfänger zulassen. 759-mal konnte die DKMS im Jahr 2025 zwei Menschen auf diese Weise miteinander verknüpfen. Am häufigsten wurden Adressen mit Empfängerinnen und Empfängern in Deutschland (45 Prozent), den USA (33 Prozent), Kanada (7 Prozent) sowie Großbritannien (5 Prozent) ausgetauscht. Nicht selten mündet diese Vermittlung dann in einer ersten Begegnung.
Quelle: DKMS
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