Eine neue Generation von MRT-Kontrastmitteln?

Diagnose und Therapie vereint
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Ali Trabolsi und Farah Benyettou.
NYUAD Professor für Chemie an der NYU Abu Dhabi, Ali Trabolsi und Forscherin Farah Benyettou. © NYU Abu Dhabi
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Was bei der Nuklearmedizin unter dem Begriff Theranostik seit einiger Zeit umgesetzt wird, könnte eventuell auch bei der MRT funktionieren.

Forscher der NYU Abu Dhabi haben Moleküle für die MRT entwickelt, die Krebs sowohl erkennen als auch behandeln können und somit einen sichereren und präziseren Behandlungsansatz ermöglichen sollen. Während MRT-Kontrastmittel häufig zur Diagnose eingesetzt werden, spielen sie in der Regel keine Rolle in der Therapie. Das Team der NYU Abu Dhabi hat nun Moleküle entwickelt, die beide Funktionen in einem einzigen System vereinen können. Im Gegensatz zu herkömmlichen Medikamenten besitzen diese Moleküle ineinandergreifende Strukturen, die Knoten und Ringen ähneln. Diese Struktur soll es ihnen ermöglichen, sich im Körper anders zu verhalten und so sowohl die Bildgebung als auch die therapeutische Wirkung zu verbessern.

Tests an Glioblastomen

Die Moleküle bestehen aus Mangan und organischen Komponenten. Sie bleiben in gesundem Gewebe inaktiv, werden aber in Tumoren, die ein leicht saures Milieu aufweisen, aktiv. Nach ihrer Aktivierung setzen sie Manganionen frei, die den MRT-Kontrast verbessern und zudem einen therapeutischen Effekt auslösen sollen, der Krebszellen schädigt. Die Technologie wurde an aggressiven Glioblastomtumoren getestet, einer der am schwierigsten zu diagnostizierenden und zu behandelnden Krebsarten. Die Forscherinnen und Forscher konnten zeigen, dass diese Moleküle die Blut-Hirn-Schranke überwinden können und sich in Glioblastomtumoren anreichern. Dies ermögliche eine klare Bildgebung von Hirntumoren, die mit herkömmlichen Kontrastmitteln oft schwer zu erkennen und zu überwachen seien. Das Erreichen sowohl einer klaren Bildgebung als auch eines therapeutischen Effekts in diesem Modell unterstreiche die Stärke dieses Ansatzes und sein Potenzial für die klinische Anwendung, so die Forschenden.

Alternative für Gadolinium?

„Unser Ziel war es, Materialien zu entwickeln, die es Ärzten ermöglichen, Krebs klar zu sehen und ihn gleichzeitig zu behandeln“, sagte Farah Benyettou, Leiterin der Studie an der NYU Abu Dhabi. „Die Möglichkeit, Hirntumoren mit hoher Präzision darzustellen und gezielt zu behandeln, ist besonders vielversprechend.“ Die manganbasierten Verbindungen sollen zudem eine sicherere Alternative zu Gadolinium sein. Seit dem Auffinden von Ablagerungen im Gehirn wird es kritisch beäugt. Ali Trabolsi, Professor für Chemie an der NYU Abu Dhabi, erklärte, die Arbeit bringe Diagnose und Therapie einander näher. Die einzigartige Struktur dieser Moleküle verleihe ihnen Eigenschaften, die herkömmliche Medikamente schlichtweg nicht besitzen. Die Ergebnisse zeigten eine neue Generation von MRT-Kontrastmitteln, die Diagnose und Therapie in einer einzigen Plattform vereinen können und das Potenzial haben könnten, die Krebsbehandlung schneller, sicherer und präziser zu gestalten.

Literatur:
Benyettou F, Prakasam T, Khair M, et al.: Manganese-Templated Nontrivial Structures for MRI and Therapy. Journal of the American Chemical Society, 2026, DOI: 10.1021/jacs.5c19016.

Quelle: New York University

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