Erste MPI-Untersuchung am Menschen

Universitätsklinikum Würzburg
mg
Medizinisches Personal in einem Untersuchungsraum mit moderner Bildgebungs- und Diagnosetechnik, Patient in Schutzkleidung unter einem Gerät sitzend für eine MPI-Untersuchung.
Vergleich von MPI-Angiographie (MPA) und Digitaler Subtraktionsangiographie (DSA). Die aus der jeweiligen Echtzeitserie ausgewählten Bilder zeigen die maximal kontrastmittelgefüllten Venen im Arm des Probanden. © Patrick Vogel (JMU), Viktor Hartung/(UKW)
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Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der medizinischen Bildgebung: Ein Team hat erstmals am Menschen eine Magnetpartikelbildgebung (MPI) durchgeführt.

Ein Team der Universität und vom Universitätsklinikum Würzburg hat erstmals am Menschen eine Magnetpartikelbildgebung (MPI) durchgeführt, genauer eine Angiografie. Hierfür stellte sich Physiker Dr. Patrick Vogel als gesunder Proband zur Verfügung. Er war maßgeblich an der Entwicklung beteiligt und führte das Projekt gemeinsam mit Dr. Viktor Hartung vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. „Wenn man eine neue Bildgebung erstmals am Menschen erprobt, möchte man natürlich selbst erfahren, wie sich das anfühlt. Für mich war es daher selbstverständlich, auch als erster Proband zur Verfügung zu stehen“, erklärt Vogel.

Neue Bildgebungsgeneration

Bei einer MPI handelt es sich um eine neue Generation der Bildgebung, bei der magnetische Eisenoxid-Nanopartikel anstelle von Röntgenstrahlen oder radioaktiven Tracern eingesetzt werden. Nachdem diese Nanopartikel in die Blutbahn injiziert wurden, können sie mithilfe von Magnetfeldern erkannt werden. Neu ist: das MPI sucht und findet nur die Nanopartikel, das umliegende Gewebe erzeugt kein (störendes) Hintergrundsignal. Die Bilder seien daher besonders Kontrastreich und bieten eine hohe zeitliche Auflösung – ohne ionisierende Strahlung.

Bereits seit 20 Jahren arbeitet das Team an dieser Art der Bildgebung, weshalb die erste Anwendung am Menschen ein wichtiger Meilenstein ist und ein entscheidender Schritt zur klinischen Anwendung. Für die Durchführung der Gefäßdarstellung am Arm injizierten das Team klinisch zugelassene Eisenoxid-Nanopartikel und beobachteten die Verteilung mithilfe des entwickelten MPI-Scanners. Im direkten Vergleich führten sie eine digitale Subtraktionsangiografie (DSA) durch.

Überzeugendes Ergebnis

Das Ergebnis zeigt, dass die MPI die wichtigsten oberflächlichen und tiefen Venen im Arm und ihre Verzweigungen sichtbar machen kann. Die Bildrate entsprach klinischer Angiografie-Verfahren und lag bei zwei Bildern pro Sekunde. Perspektivisch ermöglicht die MPI neue Möglichkeiten für interventionelle Eingriffe. Weitere präklinische und klinische Studien zu Sicherheit, Wirksamkeit und klinischen Nutzen sind jedoch erforderlich, bevor eine Nutzung im klinischen Alltag erfolgen kann.

Zudem belegt das Projekt die Vorteile der interdisziplinären Arbeit. Während die Physik Expertise zu den physikalischen Grundlagen und Scannertechnologien einbringt, liefert die Radiologie das Wissen zur klinischen Bildgebung und interventionellen Verfahren. 

Literatur:
Preprint: https://doi.org/10.48550/arXiv.2603.12010

Quelle: idw

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