Evidenzbasierte Prävention per App?

Noa Health
mb
User nutzt sein Handy.
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Seit Juni 2026 vertreibt das Startup Noa Health eine deutschlandweit zugängliche App, die evidenzbasiert und ärztlich begleitet Prävention im Gesundheitsbereich leisten soll.

Entwickelt wurde die App von einem Wissenschaftlerteam mit Cambridge-Background und führenden Präventivmedizinern in Deutschland, gefördert durch das baden-württembergische Wirtschaftsministerium. Die zugrunde liegende KI-Architektur wurde 2026 mit dem Cambridge AI Award für Innovation im KI-gestützten Gesundheitsbereich ausgezeichnet. 

Vorsorge verbessern

Die in Stuttgart entwickelte Plattform verbindet umfassende Blutanalysen, persönlichen Lebenskontext, KI-gestützte Empfehlungen und ärztliche Begleitung in einem Abonnement und richtet sich an gesundheitsbewusste Menschen im deutschsprachigen Raum. In Zukunft soll die Plattform auch um weitere Vorsorge-Bausteine wie bildgebende Verfahren erweitert werden. Alle Daten liegen in Deutschland und werden nach europäischem Datenschutzrecht verarbeitet. Noa Health versteht sich als Wellness- und Lifestyle-Produkt. Medizinische Diagnosen und Therapieentscheidungen bleiben den Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Die Prävention in Deutschland steht aktuell eher auf einem nachrangigen Platz in der Gesundheitsversorgung, laut WHO sterben 1,8 Millionen Menschen jährlich in Europa an Krankheiten, die vermeidbar gewesen wären – 40 Prozent davon allein durch frühes Erkennen. Gleichzeitig fehlen jetzt und künftig die Ärzte: Bis 2030 geht ein Drittel von ihnen in den Ruhestand, während die Zahl der Patienten steigt. Wer heute selbst etwas für seine Gesundheit tun will, landet meist bei Influencern und Trends. Echte Vorsorge auf hohem Niveau gibt es zwar, aber nur in Praxen. Für viele findet sie jedoch praktisch nicht statt. 

Wie funktioniert die Plattform?

Hier will Noa Health ansetzen – mit einem Test, verständlicher Einordnung, persönlichem Plan und regelmäßiger Kontrolle – per App. Den Bluttest buchen Mitglieder in der App und geben ihn in einer Partnerpraxis ab. Die Blutabnahme dauert rund zehn Minuten. Wenige Tage später liegen Auswertung, persönlicher Gesundheitsplan und ein KI-Assistent in der App bereit.

Die Gründer Dr. Claire Coffey, Mathis Limmeroth und Luca Brezing haben einen Noa Score entwickelt: einen klaren Ausgangswert, der zeigt, wo jemand gesundheitlich steht und was ihn wirklich weiterbringt – bei Ernährung, Schlaf, Bewegung und Stress. Nach sechs Monaten folgt der nächste Test, und der Plan wird angepasst. Zeigt sich ein kritischer Wert, bleibt es nicht bei einem Warnhinweis. Dann kümmern sich laut Anbieter Ärztinnen und Ärzte um die Betroffenen und leiten die richtige Behandlung ein – bis hin zur passenden Medikation (falls notwendig). Laborwerte, Wearable-Daten, Lebensgewohnheiten, Familiengeschichte und persönliche Ziele sind in der App zentral verfügbar. 

KI unterstützt

Bei Noa arbeiten KI und Ärzte zusammen. Die KI verknüpft tausende Datenpunkte aus über 100 Biomarkern, der persönlichen Vorgeschichte und den Vitalwerten – und soll Zusammenhänge erkennen, die in einem fünfzehnminütigen Termin niemand sehen könnte. Das Wissen darüber kommt aus geprüfter medizinischer Forschung. Die KI entscheidet nicht: Ärztinnen und Ärzte prüfen jeden Befund und haben das letzte Wort. So sollen Aussagen entstehen, die fundiert und zugleich im Alltag verständlich sind. Mitgründer Luca Brezing ist Ausdauersportler, ernährt sich bewusst und hatte nie Grund, an seiner Gesundheit zu zweifeln. Trotzdem ließ er irgendwann auf eigene Faust einen umfassenden Bluttest machen – weit über das hinaus, was die Krankenkasse zahlt. Ein Wert befand sich weit außerhalb des Normalbereichs, ein Marker, der beim Hausarzt-Check nicht erhoben wird. „Die normale Vorsorge hätte das nie entdeckt“, sagt Brezing. „Ich fühlte mich gut, ich sah gut aus, hatte keine Symptome. Genau das ist der Punkt: Wer auf Symptome wartet, wartet zu lange. So etwas darf nicht davon abhängen, dass man zufällig selbst zu einem Labor geht.“

Medizinische Begleitung 

Medizinisch begleitet wird Noa von Prof. Dr. med. Thomas Henzler, einem der führenden Radiologen und Präventivmediziner Deutschlands. „In 20 Jahren als Arzt habe ich gesehen, was passiert, wenn Menschen zu spät kommen“, sagt Henzler. „Heute können wir lange vor den ersten Symptomen erkennen, wo jemand gesundheitlich steht – rechtzeitig genug, um zu handeln. Klinisch fundiert und im Alltag nutzbar. Das hätte längst Standard sein sollen.“ 

Alle erhobenen Gesundheitsdaten liegen auf deutschen Servern und werden nach DSGVO sowie den Vorgaben des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) verarbeitet. Das Startup wird durch ein Pre-Seed-Darlehen der L-Bank im BW-Pre-Seed-Programm gefördert; Träger ist das baden-württembergische Wirtschaftsministerium. Der öffentliche Launch ist für Juni 2026 geplant.

Weitere Informationen und Frühzugang unter www.noa.health

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