Führungskräfte von morgen

Führungskompetenz als Schlüssel für die Zukunft
DIW-MTA
Grafik mit zwei geöffneten Händen und zahlreichen stilisierten Personen
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Die Anforderungen an medizinisch-technische Berufsgruppen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Medizinisch-technische Laboratorien, radiologische Abteilungen und weitere diagnostische Bereiche sind heute durch zunehmende Technisierung, Digitalisierung, interprofessionelle Zusammenarbeit, steigende Qualitätsanforderungen und einen wachsenden ökonomischen Druck geprägt.

Gleichzeitig nehmen die Komplexität der Arbeitsprozesse und die Verantwortung für Patienten­sicherheit und Versorgungsqualität zu.

Für medizinisch-technische Fachkräfte bedeutet diese Entwicklung, dass neben der fachlichen Expertise zunehmend auch Kompetenzen in Kommunikation, Teamsteuerung, Veränderungsmanagement und Organisation erforderlich werden. Führung wird damit zu einer beruflichen Kompetenz, die nicht erst mit der Übernahme einer Leitungsposition relevant wird, sondern bereits im Vorfeld gezielt entwickelt werden sollte.

Insbesondere für medizinisch-technische Berufsgruppen ist eine systematische Vorbereitung auf zukünftige Führungsaufgaben von Bedeutung. Fachliche Expertise allein stellt keine ausreichende Grundlage für erfolgreiche Führung dar. Führungskräfte müssen beispielsweise Arbeitsabläufe analysieren, Entscheidungen unter Unsicherheit treffen, Mitarbeitende entwickeln, Konflikte bearbeiten, Veränderungen gestalten und gleichzeitig gesetzliche, qualita­tive und wirtschaftliche Rahmenbedingungen berücksichtigen. Für die Laboratoriumsmedizin wird diese Entwicklung in der aktuellen Fachliteratur ausdrücklich beschrieben: Die zukünftige Rolle von Laborfachkräften umfasst zunehmend neben der diagnostischen Expertise auch administrative, kommunikative und strategische Kompetenzen sowie die Fähigkeit, innerhalb multidisziplinärer Strukturen Verantwortung zu übernehmen (Mirza & Kanakis, 2025; Myers, 2025).

Eine berufliche Weiterbildung mit dem Schwerpunkt Führung kann hierbei eine wichtige Schnittstelle zwischen fachlicher Berufs­erfahrung und zukünftiger Leitungsverantwortung darstellen. ­Entscheidend ist jedoch, dass eine solche Weiterbildung nicht ausschließlich auf die Vermittlung von Führungsmodellen oder theo­retischen Konzepten ausgerichtet ist. Wissenschaftlich fundierte Kenntnisse bilden vielmehr die notwendige Grundlage, um Führung reflektiert und evidenzbasiert ausüben zu können. Dazu gehören unter anderem Kenntnisse über Führungs- und Kommunikationstheorien, Personalentwicklung, Motivation, Konfliktmanagement, Qualitäts- und Veränderungsmanagement sowie über organisatorische und ökonomische Zusammenhänge im Gesundheitswesen. Bereits das internationale Laboratory Leadership Competency Framework beschreibt Führungskompetenz als Kombination aus Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die unter anderem Kommunikation, Zusammenarbeit, strategisches Denken und die Entwicklung leistungsfähiger Teams umfasst (Plebani et al., 2019).

Von besonderer Bedeutung ist darüber hinaus der Transfer des erworbenen Wissens in die berufliche Praxis. Führungskompetenz entsteht nicht allein durch theoretisches Lernen, sondern entwickelt sich insbesondere durch die Anwendung, Reflexion und Weiterentwicklung des Gelernten in konkreten beruflichen Situationen. Eine aktuelle systematische Umbrella-Review von Phillipson et al. (2025), in der 86 Reviews zur Führungskräfteentwicklung im Gesundheitswesen ausgewertet wurden, zeigt, dass insbesondere erfahrungs­orientierte Lernformen, Coaching und Mentoring, längerfristig angelegte Programme sowie projektbezogenes Lernen mit positiven Effekten verbunden sind. Als besonders relevant werden unter anderem Simulationen, Qualitätsverbesserungsprojekte, Reflexion und Feedback beschrieben.

Auch die systematische Übersichtsarbeit von Lyons et al. (2021) unterstreicht die Bedeutung des Praxistransfers. Die Autoren identifizierten insbesondere Projektarbeit und Mentoring als Elemente von Führungskräfteentwicklungsprogrammen, die häufiger mit organisationalen Ergebnissen verbunden waren. Daraus lässt sich ableiten, dass berufliche Weiterbildung dann besonders wirksam gestaltet werden kann, wenn Teilnehmende das erworbene Wissen unmittelbar auf reale Fragestellungen aus ihrem beruflichen Umfeld anwenden können.

Nutzen Sie Ihre Chance und bilden Sie sich weiter

Hier setzt die berufsbegleitende, vom Land Berlin staatlich anerkannte Weiterbildung „Medizinalfachpersonen für leitende Funktionen“ am DIW-MTA an, in der Sie sich in 24 Monaten zur Führungskraft im Gesundheitswesen weiterbilden können.

Start der Weiterbildung ist der 1. Februar oder der 1. Oktober eines jeden Jahres. Die Weiterbildung zeichnet sich dadurch aus, dass Sie praxisrelevantes Wissen und Kompetenzen vermittelt, die Sie als (angehende) Führungskraft benötigen beziehungsweise bei Ihrer täglichen Arbeit einbringen können.

Nach dem erfolgreichen Bestehen der zweijährigen Weiterbildung werden sowohl der Abschluss als „Praxisanleitung“ als auch der staatlich anerkannte Abschluss als „Medizinalfachperson für leitende Funktionen“ verliehen.

Ebenso ist es möglich, noch weitere in die Weiterbildung integrierte Zertifikatsabschlüsse, wie beispielsweise „QM-Manager/-in“ (DIW-MTA), „Auditor/-in (DIW-MTA)“ oder „POCT-Koordinator/-in (DIW-MTA)“ zu erlangen.
 

Die Weiterbildung vermittelt praxisrelevantes, theoretisches Wissen und unterstützt Sie dabei, wirkungsvoll die Veränderungsprozesse und Führungsaufgaben in der beruflichen Praxis zu übernehmen!

Nutzen Sie Ihre Chance, übernehmen Sie Verantwortung und werden Sie Führungskraft in Ihrem Unternehmen. Für weitere Informationen scannen Sie einfach den QR-Code oder melden sich unter info@diw-mta.de bei uns!

Literaturverzeichnis

1.    Phillipson J, Cardoso Pinto A, Kingsley-Smith H, Krachler N, McGivern G, Lyons O: Leadership training in healthcare: a systematic umbrella review. BMJ Leader 2025; 9 (4): 349–58.
2.    Lyons O, et al.: Evidence-based medical leadership development: a systematic review. BMJ Leader 2021; 5 (3): 206–15.
3.    Mirza KM, Kanakis CE: Leadership Development for Pathology and Laboratory Medicine Residents and Fellows. Clinics in Laboratory Medicine 2025; 45 (3): 507–17.
4.    Myers JL: The Essential Role of Leadership in Laboratory Medicine. Clinics in Laboratory Medicine 2025; 45 (3): 373–82.
5.    Plebani M, et al.: A Competency Framework for Developing Global Laboratory Leaders. American Journal of Clinical Pathology 2019.
6.    Abumuhor I, et al.: Leading Through Change: Strategies for Adapting and Overcoming Challenges. Clinics in Laboratory Medicine 2025.

 

Entnommen aus MT im Dialog 11/2026

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