Gezielte Anerkennung für MTL und MTR beim DIW-MTA
Im Bereich der Laboratoriumsanalytik fungiert der DIW-MTA e.V. bereits seit 2019 als staatlich anerkannter Träger für Anpassungslehrgänge im Land NRW und seit 2023 auch in Hamburg und Bremen. Durch ein flexibles Konzept aus Onlinemodulen steht die Teilnahme am Lehrgang auch Antragstellenden aus anderen Bundesländern offen. Das modulare System stellt sicher, dass genau die Fachgebiete abgedeckt werden, die im individuellen Feststellungsbescheid gefordert sind.
Die Qualifizierung für die Radiologietechnologie wird durch die DIW-MTA Akademie GmbH gesteuert. Als hundertprozentige Tochter des Vereins konzentriert sie sich seit 2024 auf die spezifischen Bedarfe angehender MTR. Besonders vorteilhaft: Die Lehrgänge sind AZAV-zertifiziert und somit über Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit förderfähig. Beide Zweige des DIW-MTA eint das Ziel, internationale Expertise als Bereicherung zu begreifen und den Weg in den Beruf persönlich und pragmatisch zu gestalten.

Im Gespräch:
Sabrina Rader, cand. Master of Education (Medizinpädagogik), MTL, QMB, Praxisanleiterin und Einzelunternehmerin (SABR Education & Advisory), unterstützt das DIW-MTA seit mehreren Jahren als Dozentin im Bereich Histologie in den Anpassungslehrgängen und als Gutachterin in Feststellungs- und Abschlussgesprächen.
Frau Rader, warum engagieren Sie sich als Dozentin in den Anpassungslehrgängen des DIW-MTA?
Die Anpassungslehrgänge sind für mich weit mehr als eine formale Qualifizierungsmaßnahme. Sie sind eine strukturierte Brücke zwischen vorhandener fachlicher Kompetenz und dem deutschen Gesundheitssystem. Viele internationale Fachkräfte bringen exzellentes Wissen und Berufserfahrung mit – was häufig fehlt, ist Transparenz im System, sprachliche Sicherheit im Fachkontext und ein klares Verständnis der beruflichen Rolle in Deutschland. Genau hier setze ich mit meiner Arbeit an: Ich möchte nicht nur Wissen vermitteln, sondern Orientierung geben und Sicherheit aufbauen.
Was zeichnet die Teilnehmenden aus Ihrer Sicht besonders aus?
Ich erlebe die Teilnehmenden als außerordentlich motiviert, reflektiert und leistungsbereit. Viele haben in ihren Herkunftsländern bereits verantwortungsvolle Positionen übernommen. Besonders beeindruckt mich ihre Resilienz – sie stellen sich einem komplexen Anerkennungsverfahren, einer neuen Fachsprache und oft auch einem neuen kulturellen Arbeits- und Lebensumfeld. Diese Bereitschaft zur Weiterentwicklung verdient höchste Anerkennung.
Welche Herausforderungen begegnen Ihnen im Unterricht – und wie gehen Sie damit um?
Die größte Herausforderung liegt meist nicht im fachlichen Verständnis, sondern in der Übersetzung von Kompetenz in das deutsche Berufsverständnis. Es geht um Rollenklärung, Dokumentationsanforderungen, Qualitätsstandards und interprofessionelle Zusammenarbeit. In meinem Unterricht arbeite ich deshalb stark fallorientiert, praxisnah und dialogisch. Mir ist wichtig, dass Teilnehmende nicht nur „prüfungsfit“, sondern auch handlungssicher werden.
Konnten Sie selbst etwas von den Teilnehmenden lernen?
Absolut. Ich lerne viel über unterschiedliche Ausbildungssysteme, Laborstandards und Perspektiven auf Gesundheitsversorgung weltweit. Vor allem aber lerne ich Demut und Perspektivwechsel: Was für uns selbstverständlich erscheint, ist für andere neu – und umgekehrt. Dieser Austausch erweitert meinen eigenen fachlichen und pädagogischen Horizont enorm.
Warum sind Anpassungslehrgänge aus Ihrer Sicht so relevant für den deutschen Arbeitsmarkt?
Deutschland ist im Gesundheitswesen strukturell auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Anpassungslehrgänge sind ein entscheidendes Instrument, um vorhandene internationale Kompetenzen nicht ungenutzt zu lassen. Sie sichern Qualität, schaffen Transparenz und ermöglichen eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt. Dabei geht es nicht nur um Fachkräftesicherung, sondern auch um Chancengerechtigkeit und professionelle Anerkennung. Außerdem empfinde ich das Netzwerk zwischen den Teilnehmenden als sehr wertvoll, welches in der Art erst durch die Anpassungslehrgänge zustande kommt.
Welche Rolle spielt Ihr medizinpädagogisches Studium in diesem Kontext?
Als cand. Master of Education im Bereich Medizinpädagogik verbinde ich fachwissenschaftliche Expertise mit didaktischer Professionalität. Mir ist wichtig, Lernprozesse strukturiert, wertschätzend und kompetenzorientiert zu gestalten. Gerade in heterogenen Gruppen braucht es klare Lernziele, transparente Bewertungskriterien, Feedbackkultur, Selbstreflexion und ein sicheres Lernumfeld. Das ist die Grundlage, dass Wissen tatsächlich in berufliche Handlungskompetenz übergeht.
Was ist Ihnen persönlich in der Arbeit mit internationalen Fachkräften besonders wichtig?
Ich stehe für Anerkennung auf Augenhöhe. Internationale Fachkräfte sind keine „Defizitfälle“, sondern qualifizierte Kolleginnen und Kollegen, die eine systematische Orientierung benötigen. Mein Ziel ist es, Selbstwirksamkeit zu stärken, Fachsprache präzise zu entwickeln und den Übergang in den deutschen Arbeitsmarkt professionell zu begleiten.
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IM GESPRÄCH: ERFOLG DURCH GEZIELTE FÖRDERUNG
Samira Kenzizi (29 Jahre alt, Tunesien) lebt seit einem Jahr in Deutschland und hat vor Kurzem die Anerkennung als Medizinische Technologin für Radiologietechnologie erfolgreich abgeschlossen.
Wie sind Sie auf den Anpassungslehrgang beim DIWMTA aufmerksam geworden?
Von dieser Möglichkeit habe ich direkt über meinen Arbeitgeber, die Asklepios Klinik Lich, erfahren. Die Klinik hat mich während des gesamten Anerkennungsprozesses großartig unterstützt und unter anderem die kompletten Lehrgangsgebühren übernommen.
Was hat Ihnen an der Qualifizierung besonders zugesagt?
Rückblickend überzeugte der Lehrgang vor allem durch seine hohe Praxisrelevanz und die exzellente Organisation. Die strukturierte Wissensvermittlung bot mir einen echten Mehrwert und war eine wertvolle Hilfe für meinen täglichen Berufsalltag.
Wie haben Sie die Betreuung durch die Dozierenden erlebt?
Die Dozierenden waren fachlich hochkompetent, hilfsbereit und jederzeit ansprechbar. Es herrschte ein wertschätzender Austausch, der weit über die reine Wissensvermittlung hinausging. Durch diese enge Begleitung fühlte ich mich sowohl fachlich als auch persönlich bestens aufgefangen.
Ihr persönliches Fazit?
Die Teilnahme am Lehrgang war für mich ein Gewinn auf ganzer Linie. Es ist eine großartige Erfahrung zu sehen, was man erreichen kann, wenn man zielstrebig ist.
Entnommen aus MT im Dialog 05/2026
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