Herz: Risiken in den Wechseljahren
Herzerkrankungen stellen sowohl für Männer als auch für Frauen eine der häufigsten Ursachen für eine Krankenhauseinweisung sowie für den vorzeitigen Tod dar. Ein Herzinfarkt ist längst keine Männerkrankheit mehr, aufgrund des hormonellen Schutzes treten Herzerkrankungen bei Frauen nur meist mit 10 Jahren Verspätung auf. Frauen sterben am häufigsten an der koronaren Herzkrankheit (KHK) mit mehr als 51.000 Sterbefällen (2023).
Gefährlicher Bluthochdruck
Die Wechseljahre können sich unterschiedlich auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit auswirken. Zum Beispiel verdoppelt sich das Risiko auf Bluthochdruck in den Wechseljahren, weil der Östrogenspiegel sinkt. Vorher sorgte das Hormon dafür, dass die Gefäße elastisch bleiben und wirkte blutdrucksenkend. Auch der Abfall des Testosteron-Spiegels macht sich bemerkbar durch Fetteinlagerungen, vor allem in der Bauchregion. Das Bauchfett wiederum produziert Hormone, die den Appetit anregen und wiederum für eine Gewichtszunahme sorgen.
Neben dem höheren Gewicht kommen bei vielen Frauen Ängste und Schlafstörungen als weitere Risikofaktoren für die Herzgesundheit und einen erhöhten Blutdruck hinzu. Denn wenn sich der Körper während der Nachtruhe eigentlich erholen soll, sorgen Schlafstörungen für einen Bruch dieser Ruhephase, was den Blutdruck ebenfalls negativ beeinflussen kann. Über einen längeren Zeitraum sorgen Schlafstörungen für Stress, der wichtige Stoffwechselprozesse stört. Mithilfe der Ernährung und ausreichend Bewegung lassen sich Stress, Übergewicht und der Blutdruck positiv beeinflussen.
Risikofaktoren minimieren
„Frauen sollten deshalb wachsam für ihren Blutdruck sein und ihn regelmäßig beim Arzt messen lassen oder ihn selbst messen“, rät die Kardiologin Prof. Tiefenbacher. Ein nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck ist einer der häufigsten und gefährlichsten Risikofaktoren für Schlaganfall, Herzinfarkt und andere schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Mehr als 10 Millionen Frauen in Deutschland leiden an Bluthochdruck. Neben einer Hormonersatztherapie und generellen Informationen zu Bluthochdruck informiert die Deutsche Herzstiftung Frauen über das erhöhte Risiko in den Wechseljahren als auch bereits davor. Denn auch jüngere Frauen können an Herz und Gefäßen erkranken, wenn auch deutlich seltener als im höheren Alter. Frauen müssten mehr über ihre Risiken informiert und aufmerksam gemacht werden, um sie so für gezielte Vorsorgemaßnahmen zu sensibilisieren.
Ein weiterer Risikofaktor ist eine Schwangerschaft oder auch die Pille. Fünf bis zehn Prozent der Schwangeren entwickeln einen Bluthochdruck und auch Frauen, die die Pille nehmen, können einen Bluthochdruck entwickeln. Bei der Pille lässt wahrscheinlich der Östrogenanteil des Präparats den Blutdruck steigen. Wird die Pille wieder abgesetzt, sinkt auch der Blutdruck. Kommt neben der Pille ein weiterer Risikofaktor wie Übergewicht oder Rauchen hinzu, sollten Frauen mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über andere Verhütungsmethoden sprechen. Wer in der Schwangerschaft Bluthochdruck oder sogar eine Präeklampsie entwickelt hat, hat auch im späteren Leben ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Herzkrankheiten.
Ein Tipp: der regelmäßige Gang zum Hausarzt bzw. zum Vorsorge-Checkup. Wer zuhause nicht selbst den Blutdruck kontrollieren kann, sollte diesen regelmäßig bei der Hausärztin/dem Hausarzt kontrollieren lassen.
Quelle: idw
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