KI: Hoffnungsträger oder Teufelszeug?

Büchse der Pandora ist geöffnet
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Nach der Anfangseuphorie beim Thema künstliche Intelligenz (KI) mehren sich allmählich die kritischen Stimmen. In den vergangenen Tagen gab es einige Äußerungen, die näher betrachtet werden sollten.

So hat der Kreditversicherer Coface die Auswirkungen der KI auf die bisher gut bezahlten Jobs unter die Lupe genommen. Es wird aufgezeigt, dass die nächste Entwicklungsstufe der KI über die bisherigen Automatisierungsmuster hinausgehen könnte. Da die neuen Ansätze komplexe, kognitive Tätigkeiten ins Blickfeld nehmen, kommen Bereiche unter Druck, die bisher als weitgehend geschützt galten. „In dieser zweiten Phase der KI-Entwicklung weist rund jeder achte Beruf einen Automatisierbarkeitsanteil von über 30 Prozent auf. Das ist ein Hinweis darauf, dass diese Bereiche vor einer tiefgreifenden Transformation stehen“, sagt Aurélien Duthoit von Coface. Deutlich robuster sollen dagegen Tätigkeiten bleiben, die stark an physische Präsenz, manuelle Fähigkeiten oder echte zwischenmenschliche Interaktion gebunden sind: Handwerk, Pflege, Gastronomie oder persönliche Dienstleistungen gelten demnach als vergleichsweise widerstandsfähig gegenüber KI-gestützter Automatisierung. Im Vergleich der Länder kommt Deutschland, das aktuell ohnehin unter Jobverlusten vor allem im Industriebereich zu leiden hat, in der Studie auf einen hohen Wert von 17 Prozent bei den potenziell automatisierbaren Arbeitsinhalten, was für zusätzlichen Druck sorgen kann. 

Gespaltener Blick

Entsprechend wundert es auch nicht, dass die Deutschen beim Thema KI gespalten sind. Laut ARD-DeutschlandTREND sind 38 Prozent der Befragten der Ansicht, KI werde unser Leben eher verbessern; 45 Prozent hingegen meinen, es werde unser Leben eher verschlechtern. Den Verlust von Arbeitsplätzen im Zusammenhang mit KI bewerten 17 Prozent als sehr großes Risiko, 47 Prozent als großes Risiko, 29 Prozent als weniger großes und 4 Prozent als gar kein Risiko. Am Positivsten sehen noch die Jüngeren KI. Unter den 18-34-Jährigen glauben 51 Prozent, KI werde das Leben verbessern. 

Mahnende Worte

Mahnende Worte kommen auch vom Weizenbaum-Institut, das vor allem die gezielte Verbreitung von Falschinformationen betrachtet hat. Dies könne digitale Gewalt verstärken und demokratische Meinungsprozesse gefährden. Besonders betroffen seien davon Frauen und LGBTQI*-Personen. „KI-generierte Desinformation bedroht zunehmend demokratische Diskurse und die Sicherheit der Betroffenen“, erklärt Martha Stolze, Wissenschaftlerin in der Forschungsgruppe „Plattform-Algorithmen und Digitale Propaganda“ am Weizenbaum-Institut. Stolze fordert, dass Plattformen stärker in die Pflicht genommen werden sollten, um die missbräuchliche Nutzung von KI-Technologien wirksam zu begrenzen.

Auswirkungen schon zu spüren

Wie stark schon KI auch die Medienwelt beeinflusst, ist beispielsweise bei RTL zu sehen. Das Haus will sich zum führenden Agentic AI Medienhaus im deutschsprachigen Raum entwickeln. Ziel sei es, KI als handlungsfähige Assistenz systematisch in zentrale Workflows zu integrieren. RTL Deutschland setzt KI konkret in Content- und Produktionsprozessen ein von der Herstellung über die Postproduktion bis zur Ausspielung. Da RTL gleichzeitig die Entlassung von mehreren Hundert Mitarbeitern angekündigt hatte, bleibt dabei mehr als ein Geschmäckle. Auch andere entwerfen bereits maßgeschneiderte KI-Lösungen für automatisierte Kundenkommunikation oder zur Content-Erstellung. So betont Gregor Herrmann von „Deine KI Agentur“: „Ein Mitarbeiter wird krank, macht Urlaub oder ist im Stress. Ein Voice Agent ist immer erreichbar, immer freundlich, immer strukturiert. Um die eigene Identität in der Kommunikation zu stärken, besteht sogar die Möglichkeit, individuelle Stimmen zu integrieren.“

Quelle: RTL, Coface, WDR, Deine KI Agentur

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