Knospen des Kopf-Hals-Tumors

Molekulare Signatur
mg
Frau hält sich den Hals mit der Hand fest, der mittig gerötet ist
© Orawan/stock.adobe.com
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Knospende Kopf-Hals-Tumoren gehen mit einer schlechten Prognose einher. Forschende fanden nun ein spezifisches Muster der Genaktivität, die zukünftig die Diagnose erleichtern und Hinweise auf Behandlungsstrategien liefern könnte.

Wenn sich von Kopf-Hals-Tumoren Zellverbände ablösen, nennt man diese Knospen und sie gehen mit einer ungünstigen Prognose einher. Die Tumoren können an den Lippen, der Mundhöhle, an der Zunge, im Rachen oder auch in tieferen Bereichen des Halses vorkommen. Diese knospenden Karzinome wurden von einem Forschungsteam der Medizinischen Fakultät Heidelberg, der Universität Heidelberg und der Technischen Universität München nun untersucht. Das Ergebnis: die Knospen besitzen ein charakteristisches Genaktivitätsmuster. Dieses Muster gibt einen neuen Einblick in die Biologie der Tumoren und kann in Zukunft die Diagnose erleichtern sowie erste Hinweise auf mögliche Behandlungsstrategien liefern.

Charakteristische Signatur der Knospen

Die Knospen bestehen aus bis zu vier Zellen und lösen sich vom ursprünglichen Tumor ab. Sobald sie sich ablösen, sind sie das Anzeichen eines schlechten Verlaufs der Tumorerkrankung. An Gewebeschnitten untersuchten die Forschenden die Tumorknospen, mit besonderem Fokus darauf, welche Gene wo aktiv waren. Die räumliche Analyse erfolgte mithilfe der Transkriptomanalyse. Sie entdeckten eine charakteristische Signatur von 28 Genen, deren Aktivität sich in den Knospen vom gesunden Gewebe unterscheidet. Damit konnten die Forschenden zum ersten Mal charakteristische Merkmale der Krebszellen festlegen.

Auch Angriffspunkte für therapeutische Wirkstoffe konnten entdeckt werden. Bisher überlebt nur etwa jeder zweite Betroffene die ersten fünf Jahre der Diagnose. Ein Risikofaktor sind Infektionen mit Humanen Papillomviren, die auch als Biomarker für den Verlauf der Tumorerkrankung dienen. Doch es fehlen weitere Ansätze, um Verlauf und Therapiestrategien zu beobachten beziehungsweise vorherzusagen. Während es bisher nicht möglich war, aufgrund der Heterogenität der Zellen ein molekulares Profil zu erstellen, konnte die räumlich aufgelöste Transkriptomanalyse nun Licht ins Dunkel bringen.

Neue Biomarker

Bei HPV-negativen Tumoren nutzten die Forschenden die Transkriptomanalyse, um digitalisierte Gewebeschnitte der Knospen und Haupttumoren zu markieren und analysieren. Dadurch konnte erstmals RNA präzise aus den Tumoren analysiert werden, um zwischen den verschiedenen Zelltypen zu unterscheiden. Daraus ergab sich eine spezifische Knospen-Signatur aus 28 Genen. Anhand dieser Gene ließen sich Rückschlüsse ziehen auf die Überlebenszeit der Patientinnen und Patienten. Außerdem konnten die Forschenden nachweisen, dass die Patientinnen und Patienten, in deren Tumoren diese 28 Gene aktiv waren, auf MEK-Inhibitoren reagieren.

„Unsere Studie trägt zu einem besseren Verständnis der molekularen Mechanismen der aggressiven Kopf-Hals-Tumoren bei. Zudem haben wir mit den MEK-Inhibitoren einen möglichen Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Therapien gefunden“, schlussfolgert Prof. Dr. Jan Budczies, korrespondierender Autor des Universitätsklinikums Heidelberg.

Literatur:
Ourailidis I, Ball M, Vogel V. et al.: Spatial transcriptomics reveals a molecular tumor budding signature in head and neck cancer. Genome Med 18, 43 (2026). DOI: 10.1186/s13073-026-01612-2.

Quelle: idw

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