Krankenhäuser, Krankenkassen und Kommunen unter Druck

Krankenhaus Rating Report 2026
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Cover des Reports
© medhochzwei Verlag GmbH
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Auf dem Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit in Berlin wurde der neue Krankenhaus Rating Report 2026 vorgestellt. Er zeichnet ein Bild mit Licht, aber auch viel Schatten.

Während sich die Lage der Krankenhäuser im Jahr 2024 trotz gestiegener Fallzahlen erneut verschlechtert habe, sei für 2025 und 2026 eine Besserung zu erwarten, so Prof. Dr. Boris Augurzky, Gesundheitspolitischer Sprecher am RWI und Studienautor, bei der Vorstellung des Reports. Per 19. Juni haben 179 Jahresabschlüsse für das vergangene Jahr vorgelegen. Dabei habe sich gezeigt, dass die Umsatzrendite zwar 1,3 Prozentpunkte gestiegen sei, aber noch im negativen Bereich liege. Die EBITDA-Marge sei aber wieder positiv gewesen (+0,6 Prozent). Für 11 Prozent der Kliniken bestehe jedoch eine hohe Insolvenzgefahr. 50 Prozent könnten mit ihrem Geldmittelbestand nur den Finanzbedarf von 1,5 Wochen oder weniger decken. Gefährdet seien vor allem öffentlich-rechtliche und ländliche Krankenhäuser, aber auch 36 Prozent der Standorte mit Notfallstufe 3. Und auch der weitere Ausblick ist eher düster. So sei beim Szenario mit dem GKV Beitragsstabilisierungsgesetz ab 2027 mit einer drastischen Verschlechterung der Lage zu rechnen. Demnach würden dann 60 Prozent der Kliniken wieder rote Zahlen schreiben. Insbesondere finanziell schwache Kommunen haben zudem künftig weniger Spielraum, defizitäre Kliniken zu stützen. Ein Problem sei die anhaltende Wirtschaftsschwäche. Die Wirtschaftskraft stagniere seit 2019. „Wir müssen uns rückbesinnen auf Standards, die wir in den 2010er-Jahren hatten“, so Augurzky. Die Kosten der Leistungserbringung müssten gesenkt werden, um den wachsenden Bedarf bedienen zu können.

Deutlicher Personalaufbau

Einer der Kostentreiber sind die Personalkosten. So betont Augurzky, dass im Jahr 2024 die Zahl der Vollkräfte in den Krankenhäusern erstmals über eine Million gestiegen sei, damit habe die Zahl der Vollkräfte 2024 um 9,3 Prozent höher gelegen als 2019 (Funktionsdienst: +1,1 Prozent, Medizinisch-technischer Dienst: +5,7 Prozent, Ärztlicher Dienst: +7,4 Prozent und Pflegedienst: +18,3 Prozent). Die Folge: Damit stehe je stationärem Fall immer mehr Personal zur Verfügung (+21Prozent gegenüber 2019). Betont wird deshalb, dass Krankenhäuser bis 2030 rund 8,5 Prozent Vollzeitstellen abbauen müssten, um die Erlöseinbußen unter dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz auffangen zu können. Wobei der größte Abbau davon 2027 stattfinden müsse.

Gute Strukturen ab 2035?

Augurzky zu den Ergebnissen des Reports bei der Pressekonferenz: „Man muss festhalten: Es bewegt sich sicher etwas, es ist nicht nur Stillstand seit 20 Jahren. Die Geschwindigkeit ist aber langsam, denn von der Idee bis zur Entscheidung vergehen oft zwei Jahre, ohne, dass etwas erreicht ist. Außerdem muss man festhalten: Wir sind zu spät dran. 2035 werden wir zwar voraussichtlich gute Strukturen haben, aber wir müssen jetzt 10 Jahre lang die aktuellen Defizite weiter tragen. Es ist nicht mehr 5 vor 12, da sind wir schon lange drüber.“

Datenbasis und Methodik
Als empirische Grundlage des 22. Krankenhaus Rating Reports dienen eine Stichprobe von 430 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2024 sowie eine Sonderauswertung von 125 geprüften Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2025. Sie umfassen zusammen 864 Krankenhäuser. Schaubilder, Karten und Benchmarks veranschaulichen die Ergebnisse. Der Report wurde gemeinsam vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) in Kooperation mit der Bank im Bistum Essen (BIB), der Ecclesia und der Solidaris Revisions-GmbH erstellt.

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