Im Durchschnitt entfielen 18,4 Fehltage auf jede beschäftigte Person. Das zeigt die aktuelle Fehlzeitenanalyse der hkk Krankenkasse auf Basis der Daten von rund 610.000 krankengeldberechtigten Mitgliedern.
„Dass der Krankenstand leicht gesunken ist, ist zunächst eine positive Entwicklung“, sagt Sabrina Jacob, Geschäftsbereichsleiterin des hkk-Versorgungsmanagements. „Gleichzeitig zeigt unsere Analyse deutliche Unterschiede bei den Erkrankungsarten. Besonders relevant sind Erkrankungen, die mit langen Ausfallzeiten verbunden sind.“
Psychische Erkrankungen erstmals an der Spitze
Deutlich verändert hat sich die Struktur der Fehlzeitenursachen: Die Fehltage wegen Atemwegserkrankungen gingen um 19,6 Prozent zurück, während sie bei psychischen Erkrankungen um 9,3 Prozent zunahmen. Damit waren psychische Erkrankungen im ersten Halbjahr 2026 erstmals die häufigste Ursache für Fehltage und lösten Atemwegserkrankungen an der Spitze ab. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems blieben auf Platz drei.
Die Entwicklung zeigt zugleich, dass die Häufigkeit einer Erkrankung nicht allein entscheidend für ihre Bedeutung im Krankenstand ist. Während Atemwegserkrankungen häufig zu kurzfristigen Ausfällen führen, gehen psychische Erkrankungen oftmals mit deutlich längeren Krankheitsverläufen einher.
Langzeiterkrankungen gewinnen an Gewicht
Das zeigt sich besonders bei den Langzeiterkrankungen. Im ersten Halbjahr 2025 dauerten 2,8 Prozent der Arbeitsunfähigkeitsfälle länger als sechs Wochen. Sie verursachten jedoch 42,6 Prozent aller Fehltage. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen beide Werte: Langzeiterkrankungen machten 3,2 Prozent der Fälle aus und verursachten 45,8 Prozent aller Fehltage. „Wir können an den Daten klar ablesen, dass es die langfristigen Erkrankungen sind, die die AU-Quoten nach oben treiben – nicht etwa die kurzen oder telefonischen Krankenschreibungen, die zurzeit die öffentliche Debatte beherrschen“, so Jacob.
Die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit lag im ersten Halbjahr 2026 bei 10,9 Tagen je Krankheitsfall. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Erkrankungsarten: Psychische Erkrankungen führten mit durchschnittlich 38,8 Fehltagen je Fall zu den längsten Ausfallzeiten. Bei Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems waren es 17,8 Tage, bei Atemwegserkrankungen lediglich 5,8 Tage.
„Psychische Erkrankungen sind damit eine zentrale Herausforderung für die Arbeitswelt: Sie führen zwar nicht zu den meisten Arbeitsunfähigkeitsfällen, verursachen aber besonders lange Ausfallzeiten“, sagt Jacob. „Umso wichtiger sind eine frühzeitige Prävention und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das psychische Belastungen ebenso konsequent in den Blick nimmt wie körperliche Beschwerden.“
Psyche in Bremen, Rücken in Niedersachsen
Auch regional zeigen sich Unterschiede. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen in Bremen durchschnittlich 20,4 Fehltage auf jede beschäftigte Person, in Niedersachsen waren es 21,4 Tage. Damit lagen beide Bundesländer über dem hkk-Bundesdurchschnitt von 18,4 Fehltagen.
Bei den Fehlzeitenursachen zeigen sich unterschiedliche Schwerpunkte: In Bremen machten psychische Erkrankungen mit 22,8 Prozent der AU (Arbeitsunfähigkeits)-Tage den größten Anteil aus. In Niedersachsen standen dagegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems mit 20,0 Prozent an erster Stelle. Bei den Atemwegserkrankungen lagen die Werte näher beieinander: Sie verursachten in Bremen 17,6 Prozent und in Niedersachsen 16,8 Prozent der Fehlzeiten.
Quelle: hkk
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