Langlebigkeitsgene und Biomarker

Altersbedingte Erkrankungen können durch Gesundheitschecks reduziert werden
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Eine ältere Frau trainiert mit kleinen Hanteln auf einem Gymnastikball, angeleitet von einem Therapeuten.
© Carlo Prearo/stock.adobe.com
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Wie lässt sich das Wissen über biologische Alterungsprozesse konkret nutzen, damit Menschen länger gesund und vital bleiben?

Prof. Eline Slagboom, Molekularbiologin vom Medical Center der niederländischen Universität Leiden, hat mit ihrem Forschungsteam einen eigenen Score namens „Personal-MetaboHealth“ entwickelt, den sie am 23. September in Frankfurt am Main auf dem gemeinsamen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie vorstellt.

„Wir wissen heute viel darüber, wie Alterungsprozesse und Alterungsmechanismen auf zellulärer Ebene funktionieren“, erklärt die Biologin. „Die große Herausforderung ist es, dieses Wissen so zu übersetzen, dass es für die Gesundheit eines einzelnen Menschen nutzbar wird.“ In oft aufwendigen Studien erforscht Slagboom seit vielen Jahren klinische und molekulare Parameter des physiologischen Abbaus, des Ausbruchs von Krankheiten, der (Multi-)Morbidität, der Mortalität oder der Langlebigkeit. 

Die Niederländerin und ihr Team suchen deswegen in Familien, deren Lebenserwartung über mehrere Generationen hinweg zu den höchsten zehn Prozent der jeweiligen Generation gehört, nach genetischen Erklärungen. „Unsere Untersuchungen weisen hier auf Genom-Regionen und -Varianten in entzündungs- und immunbezogenen Signalwegen hin“, erklärt sie.

Biomarker für altersbedingte Risiken könnten in Gesundheitschecks integriert werden

Spezielle Biomarker können mittlerweile die Risiken für Funktionsverlust, Multimorbidität oder Mortalität im Alter verlässlich vorhersagen. In der Altersforschung lag der Fokus dafür zunächst auf dem Prozess der sogenannten CpG-Methylierung, bei dem chemische Bausteine an DNA angelagert werden. In jüngerer Zeit wurde stärker mit Proteinen geforscht. In ihrer eigenen Arbeit verbindet Slagboom die Erforschung von Proteinen mit bestimmten Stoffwechselprodukten, den Metaboliten. 

„Aus sehr großen Datensätzen haben wir Scores generiert, die das Risiko für Gebrechlichkeit, kognitiven Verfall, kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs und Ateminsuffizienz anzeigen. Um die Umsetzung solcher Informationen als umfassenden Gesundheitscheck zu erwägen, haben wir uns auf einen Score namens ,Personal-MetaboHealth’ konzentriert, der skalierbar, kostengünstig und in Interventionsstudien mit älteren Erwachsenen umsetzbar ist”, sagt Eline Slagboom.

Wie dieser Score konkret zur Gesundheit von Menschen ab 50 Jahren beitragen und in der Altersforschung eingesetzt werden kann, wird die Expertin dann auf dem Geriatrie- und Gerontologiekongress dem Fachpublikum aufzeigen.

Weitere Informationen: 
Keynote / Vortrag:
Prof. Eline Slagboom
Molecular Epidemiology of human ageing: On Resilience, Risk and Restore
https://www.gerontologie-geriatrie-kongress.org/mittwoch/session/kn2.html

Quelle: idw

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