Leukämie: Resterkrankung erkennen
Die von der Dresdner Hochschulmedizin veröffentlichte Studie RELAZA2 basiert auf Langzeitdaten eines über viele Jahre gewachsenen Forschungsprogramms zur Behandlung von Leukämie-Patientinnen und -Patienten. Die Studie bringt wichtige neue Erkenntnisse zur myeloischen Leukämie (AML) und dem myelodysplastischen Syndrom (MDS), einer Vorstufe der Leukämie, um Rückfälle zu verzögern oder sogar zu verhindern. Dabei wurden die Daten bereits im Zeitraum von 2005 und 2011 erhoben. Bereits da untersuchten Forschende, ob eine Behandlung gezielt eingesetzt werden kann, wenn Bluttests einen bevorstehenden Rückfall anzeigen – noch vor klinischen Symptomen. Die Forschenden nennen dies die messbare Resterkrankung (MRD). Daraufhin untersuchten sie an AML und MDS, ob eine MRD-gesteuerte Behandlung Wirkung zeigt, zunächst bei Patientinnen und Patienten der AML nach einer Stammzelltransplantation, danach auch bei AML-Patientinnen und -Patienten, die konventionell behandelt wurden.
Jahrelange Zusammenarbeit
In der aktuellen Studie sollte nun die Wirksamkeit der Behandlung untersucht werden. Die ersten Ergebnisse veröffentlichte die Forschungsgruppe bereits 2018, nun liegen die Ergebnisse zu den Langzeitdaten vor. Die Ergebnisse belegen, dass ein frühes Eingreifen den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen kann. So kann ein Rückfall nicht nur verzögert, sondern eventuell sogar verhindert werden. Die Autorinnen und Autoren betonen die wichtige Zusammenarbeit mit diversen Leukämiezentren, ohne die diese Ergebnisse nicht möglich wären.
Zentral für die Studie war zudem die präzise molekulare Diagnostik, mit der die Resterkrankung nachgewiesen werden musste. „MRD ist heute nicht mehr nur ein prognostischer Marker, sondern kann für therapeutische Entscheidungen eingesetzt werden“, erklärt Prof. Christian Thiede, Laborleiter der Studie. Die aktuelle Studie ist jedoch noch nicht der Abschluss des Projekts, sondern Ausgangspunkt für weitere Studien, um die MRD-gesteuerte Therapie weiterzuentwickeln und in die klinische Praxis zu integrieren. So sei endlich die Prävention in der Leukämiebehandlung angekommen.
Quelle: idw
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