Lungentumoren zum Therapie-Test

Tumoroide
mg
Mikroskopisches Bild eines Lungentumors in gelb, der von Car-T-Zellen in blau angegriffen wird.
Gentechnisch veränderte Immunzellen (CAR-T-Zellen, blau) greifen dreidimensionales Tumorgewebe (Tumoroide, gelb) gezielt an und töten Tumorzellen ab (sichtbar an rot markierten abgestorbenen Zellen). © BIH/Michael Schmück-Henneresse
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Da Lungenkrebs oft sehr individuell aufgebaut ist, muss auch die Therapie entsprechend auf Patientinnen und Patienten abgestimmt werden. Hierfür haben Forschende der Charité verschiedene Lungentumoroide gezüchtet und die komplexen Zusammenspiele analysiert.

Um einen Lungentumor bestmöglich behandeln zu können, müssen neben dem Krebsstadium und Merkmalen der Patientinnen und Patienten die individuellen Eigenschaften des Tumors bekannt sein. Aufgrund dieser individuellen Beschaffenheit der Lungentumoren gestaltet sich die Behandlung daher meist schwierig. Um den Erfolg der Therapie besser bestimmen zu können, haben Ärztinnen und Ärzte der Charité Berlin Mini-Tumoren aus Tumorproben gezüchtet, die sie ihm Rahmen von Operationen an der Charité entnommen haben.

Tumoroide mit individuellen Eigenschaften

Die Forschenden haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie aus den Proben die Tumoroide zum Test der Krebstherapien züchten können. Das entscheidende Merkmal ist, dass die Tumoroide die Eigenschaften des ursprünglichen Tumors der Patientinnen und Patienten enthalten. Im Test können die Forschenden so genau spiegeln, wie die Patientinnen und Patienten auf die Therapien reagieren würden, um die bestmögliche Therapie auszuwählen.

Nachdem im ersten Schritt sichergestellt wurde, dass die Tumoroide die Wirkung klassischer Chemotherapien widerspiegeln, testeten die Forschenden die Wirkung von CAR-T-Zellen an den Tumoroiden. Gegen viele Blutkrebsarten sind CAR-T-Zellen bereits erfolgreich im Einsatz, für solide Tumoren wie den Lungenkrebs ist der Einsatz jedoch noch eine Herausforderung. Hier konnten die Forschenden durch die Tests an den Tumoroiden feststellen, dass neben der Häufigkeit der Zielmoleküle auch tumoreigene Schutzmechanismen und Fluchtstrategien gegen das Immunsystem den Erfolg der Therapie bestimmen. Zur Kontrolle nutzten die Forschenden gesunde Lungenorganoide, um eventuelle Nebenwirkungen zu entdecken.

Wenn Standardtherapien versagen

Die Tests sind ein wichtiger Schritt, um individuelle Therapien auch für Lungenkrebspatientinnen und -patienten ermöglichen zu können. Neu war vor allem die Erkenntnis, wie stark die tumoreigenen Schutzmechanismen den Erfolg der Therapie beeinflussen. Dieses Verfahren eignet sich vor allem für Patientinnen und Patienten, bei denen Standardtherapien versagt haben. Die Tumoroide sind nach der Operation innerhalb von drei Monaten gezüchtet und können dann einen Einblick bringen, welche Therapie besser geeignet wäre.

Literatur:
Ehlen L, Farrera-Sal M, Schmueck-Henneresse M. et al.: Lung tumoroids as a testing platform for precision CAR T-cell therapy. Nature Biomedical Engineering (2025); DOI: 10.1038/s41551-025-01594-3.

Quelle: idw

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