Sogenannte mikrovaskuläre Endothel-Funktionseinschränkungen (MiVED) sind erste Anzeichen für kardiovaskuläre Risiken. Die Blutgefäße sind dabei in ihrer Funktion eingeschränkt, sich zu erweitern und zusammenzuziehen. Doch um diese Veränderungen zu entdecken, fehlte bisher eine nicht-invasive und präzise Bildgebung. Bei einer frühzeitigen Entdeckung können Ärztinnen und Ärzte rechtzeitig eingreifen, Therapien steuern und die langfristige Herzgesundheit verbessern. Forschende der Technischen Universität München entwickelten die neue Bildgebungstechnologie fast-RSOM, die durch die Haut Aufnahmen der Blutgefäße ermöglicht.
Frühzeitige Diagnose
RSOM steht für Raster-Scan-Optoakustische Mesoskopie, eine nicht-invasive Bildgebungstechnologie, die mittels Lichtimpulsen Ultrschallsignale erzeugt und so hochdetaillierte 3D-Bilder erstellt. So können Strukturen unterhalb der Haut und winzige Veränderungen der Blutgefäße sichtbar gemacht werden. Auch der Sauerstoffgehalt und Gewebezusammensetzungen sind so sichtbar. Der hohe Kontrast und die geringe Eindringtiefe ermöglichen die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Problemen oder auch Diabetes. Ein kompaktes Design kann die fortschrittliche Diagnostik aus spezialisierten Laboren in die Praxis verlegen.
„Mit fast-RSOM ist es uns erstmals gelungen, die Endothelfunktion beim Menschen nicht-invasiv mit Auflösung einzelner Kapillaren und Hautschichten zu erfassen“, sagt Dr. Hailong He, Erstautor der Studie. fast-RSOM zeigt MiVED-Biomarker, die in der Regel vor klinischen Symptomen oder messbaren markoskopischen Krankheitsmerkmalen auftreten. Gegenüber Berechnungen des möglichen Risikos aufgrund von Alter, Bluthochdruck oder Übergewicht liefert fast-RSOM tatsächlich erfassbare Veränderungen. Personen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen könnten so frühzeitig identifiziert werden.
Kompaktes Design
Die Forschenden planen nun, die neue Technologie in größeren und vielfältigeren Patientengruppen zu testen und die Biomarker in klinische Abläufe zu integrieren. Das Gerät ist tragbar, schnell sowie nicht-invasiv und dadurch für den routinemäßigen Einsatz in Kliniken geeignet. „Durch frühere Interventionen und eine präzisere Überwachung könnte fast-RSOM die Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen grundlegend verändern – zum unmittelbaren Nutzen für Betroffene und mit langfristigem Potenzial zur Senkung der Gesundheitskosten“, sagt Prof. Vasilis Ntziachristos, Direktor des Bioengineering Center bei Helmholtz Munich und Professor für Biologische Bildgebung an der TUM.
Quelle: idw
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