In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der entdeckten Schilddrüsenknoten gestiegen, meist Zufallsbefunde aufgrund routinemäßiger und genauerer Ultraschalluntersuchungen. Dabei müsse man sich laut Prof. Eva Hümmers, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, darüber Gedanken machen, welche Untersuchungen einen tatsächlichen Nutzen haben. Gemeinsam mit anderen Fachrichtung und Patienteninitiativen hat die DEGAM daher eine neue S3-Leitlinie entwickelt.
Nutzen-Risikoabwägung
Um wichtige von überflüssiger Diagnostik zu unterscheiden, soll die Leitlinie dazu beitragen, Knoten an der Schilddrüse als etwas normales zu betrachten. Das soll für alle Beteiligten entlastend sein und unnötige, teilweise schädliche Folgeuntersuchungen verhindern. Denn in den allerseltensten Fällen würden behandlungsbedürfte Knoten entdeckt, wenn Ultraschalluntersuchungen ohne Anlass gemacht werden. Wird jedoch ein Knoten entdeckt, schafft die Leitlinie Orientierung, welches weitere Vorgehen empfehlenswert ist. Zudem hält die Leitlinie fest, dass nur Knoten, die Beschwerden verursachen oder verdächtig sind, einer weiteren Behandlung unterzogen werden sollten (chirurgisch oder nuklearmedizinisch).
Im Vordergrund stehe auch die Kommunikation zwischen Ärztinnen/Ärzten und den Patientinnen/Patienten. „Es ist verständlich, dass Patientinnen und Patienten möchten, dass ihre Sorgen bei einem Knoten ernst genommen werden. Es verlangt feinfühlige Gespräche, in denen diese Ängste besprochen werden und gleichzeitig darüber informiert wird, dass die weitere Abklärung ebenfalls mit großen Ängsten und viel Stress verbunden sein kann“, erläutert Dr. Karen Voigt, koordinierende Autorin der Leitlinie.
Quelle: idw
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