Neue Software optimiert MRT
Da eine MRT eines der wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Medizin ist, arbeiten Forschende ständig daran, sie zu optimieren. Eine Optimierung der MR-Sequenzen würde für aussagekräftigere Bilder und schnellere Untersuchungen sorgen, sie sind entscheidend für die Qualität der Bilder. Doch komplexe Zulassungswege behindern einen erfolgreichen Transfer neuer Sequenzen in die Klinik. Diese Lücke wird durch die neue Software gammaSTAR geschlossen. Innovative MR-Sequenzen sollen herstellerunabhängig, qualitätsgesichert und systematisch in die Klinik überführt werden können.
Optimierungen und verkürzte Untersuchungsdauer
Da die MR-Sequenzen festlegen, wann und wie im Scanner Hochfrequenzimpulse gesendet, Magnetfelder geschaltet und Signale ausgelesen werden, sind sie so wichtig für die Bilder und den gewünschten Kontrast. Je genauer diese Komponenten aufeinander abgestimmt sind, desto besser sind die Bilder und auch die Untersuchungszeiten können zum Vorteil für Patientinnen und Patienten verkürzt werden. „ Ein Schwerpunkt der Entwicklung sind Sequenzen, die den Scan-Vorgang beschleunigen und die statt einer halben Stunde nur noch wenige Minuten brauchen“, erläutert Projektleiter Dr. Daniel Hoinkiss vom Fraunhofer MEVIS. Die Zeit in der Röhre würde verkürzt und die Kliniken könnten ihre Geräte besser auslasten.
Vereinfachte Zertifizierung
Doch damit MR-Sequenzen in den Klinikalltag gelangen, müssen sie in der Regel in die firmeneigenen Entwicklungsumgebungen der Hersteller gelangen. Für diese Optimierung soll die Zertifizierung vereinfacht werden, damit sie auch für Drittanbieter zugänglicher wird. Um dieses Ziel zu schaffen, initiierte Fraunhofer MEVIS „SpinIt“. Das ist ein Projekt im Rahmen eines Förderprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das die Zertifizierung von MR-Sequenzen vereinfachen soll. Basis hierfür ist die Softwareplattform gammaSTAR, die es erlaubt, herstellerunabhängig MR-Sequenzen zu implementieren. In gammaSTAR können die Sequenzen entwickelt werden, ohne sich in die herstellerspezifische Programmiersprache einarbeiten zu müssen.
So können die neuen Sequenzen bereits einem Standard entsprechen, der für mehrere Medizinprodukte genügt. Das Projekt wird unterstützt von Siemens Healthineers, die zertifizierte Schnittstellen bereitstellen für externe Softwarelösungen. Dennoch ist der Weg aufwendig und umfasst umfangreiche Dokumentation und systematische Tests. Dabei wird auch die Rekonstruktion der Bilddaten getestet, um spätere Fehldiagnosen zu vermeiden. Denn erst durch die Rekonstruktionsalgorithmen werden medizinisch interpretierbare Bilder aus den Rohdaten.
Quelle: idw
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