Neues 3D-Modell zu Hirnmetastasen nach Brustkrebs
Mit der Diagnose von Hirnmetastasen nach einer Brustkrebserkrankung geht in der Regel eine schlechte Prognose einher. Die Behandlung gestaltet sich schwierig, da die Tumoren auf bisherige Therapien nicht gut ansprechen. Forschende des Instituts für Klinische Neurobiologie am Universitätsklinikum Würzburg, Esra Türker und Mateo Andrade Mier haben ein 3D-Modell entwickelt, welches das neuronale Netzwerk mit Hirnmetastasen nach einer Brustkrebserkrankung zeigt und wie sich die Strukturen verändern.
Tumorzellen passen sich an
Die Studie liefert neue Einblicke in die zellulären Partner der Tumorzellen und den Wechselwirkungen mit dem umliegenden Gewebe. Das 3D-Modell basiert auf der Analyse von HER2-positiven Brustkrebszellen, da diese ein besonders hohes Risiko für Hirnmetastasen bei Brustkrebs aufweisen. Basis war ein spezielles Hydrogel, das wichtige Bestandteile der extrazellulären Matrix im Gehirn enthält. Auch strukturgebende Gerüste sind enthalten, in die sogenannten Scaffolds werden die verschiedenen Zelltypen eingebracht.
Durch das Modell hat sich gezeigt, dass sich die Brustkrebszellen an die Umgebung im Gehirn anpassen und enge Kontakte zu Astrozyten und Nervenzellen aufbauen. Die Aktivität der Nervenzellen nimmt zu und zwischen den Tumor- und Nervenzellen entstehen synapsenähnliche Kontakte. So werden wachstumsfördernde Signale übertragen.
Dank der neuen Erkenntnisse bieten sich Möglichkeiten für andere Behandlungsansätze. Diese könnten darauf abzielen, erst die Zellkontake zu unterbrechen und anschließend die Tumorzellen zu zerstören. Da das 3D-Modell sich auch für systematische Medikamententests eignet, kann es auf andere Krebsarten mit Hirnmetastasen übertragen werden.
Quelle: idw
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