Roche: Eröffnung des neuen Diagnostik-Innovationszentrums in Penzberg
Im Beisein von Roche-CEO Thomas Schinecker, dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, Bundesminister des Innern Alexander Dobrindt und Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, sowie weiteren Gästen wurde das neue Zentrum, in das Roche rund 300 Millionen Euro investiert hat, feierlich eröffnet. Künftig sollen auf einer Fläche von drei Fußballfeldern gut 1.000 der rund 7.700 Mitarbeitenden des Standorts eine neue Heimat für die Diagnostikforschung und -entwicklung finden. Roche arbeitet hier an hochinnovativen In-vitro-Diagnostika für die Bereiche Neurologie, bspw. Alzheimer und Multiple Sklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionskrankheiten sowie an spezifischen Testverfahren für die personalisierte Medizin.
Mehr Pragmatismus wünschenswert
Schinecker hob in seiner Rede die Bedeutung der Diagnostik hervor. Sie werde häufig unterschätzt. Er betonte: „Investitionen in Gesundheit sind die klügsten Investitionen.“ Roche glaube an den Standort Deutschland. Aber, an die Politik gerichtet: Die Rahmenbedingungen müssten auch stimmen. So gehe es z.B. darum, Bürokratie abzubauen. Es sei manchmal mehr Pragmatismus wünschenswert. Zudem müsse Leistung belohnt werden. Man müsse die TOP Talente fördern und es gehe darum, Prioritäten zu setzen, um Zukunfts- und Wachstumsunternehmen zu fördern.
„Gelungener Strukturwandel“
Dobrindt verwies in seiner Rede auf den gelungenen Strukturwandel der Region um Penzberg, nachdem dort in den 1960er-Jahren das Kohlebergwerk geschlossen worden sei. Roche und Penzberg sei „was ganz Besonderes“ und „Innovation hat Tradition in Penzberg“. Bär betonte, dass das Bekenntnis zum Standort Deutschland keine Selbstverständlichkeit sei. Sie erläuterte die Hightech-Agenda des Ministeriums, die sich auf sechs Schlüsseltechnologien konzentriere, wovon eine Biotech sei. Diagnose spiele dabei eine ganz große Rolle. Söder war sichtlich stolz auf die Einweihungen bzw. Ankündigungen der letzten Wochen in Bayern (Bundeswehr-Innovationslab, Übergabe Mondkontrollzentrum Förderbescheid, KI-Fabrik Telekom und nun Roche). Investitionen in alte Strukturen seien nicht sinnvoll, so der Ministerpräsident. Die einzige Chance seien Investitionen in Technologie. Bayern setze auf „Intelligenz statt Ideologie“.
Milliardeninvestitionen in Deutschland
Seit 2020 flossen mehr als 3,5 Milliarden Euro in die deutschen Roche-Standorte, davon rund die Hälfte nach Penzberg. In seinem Neubau, der im Juni 2026 vollständig in Betrieb genommen wird, setzt Roche konsequent auf Digitalisierung, Automatisierung und moderne Robotik. Dafür wurden rund 630 Kilometer Datenkabel verlegt. Zusätzlich sorgen über 4.400 intelligente Sensoren und digitale Statusanzeigen für volle Transparenz: Sie erfassen den Energieverbrauch, die Belegung der Arbeitsplätze sowie den Status der Geräte in Echtzeit. So entstehen innovative digitale Lösungen wie ein volldigitales Management der Laborgeräte, Hochdurchsatz- Pipettiersysteme und automatisierte Transportsysteme zur Probenlogistik. Herzstück des Gebäudes ist der vollautomatisierte „Cube”, ein zentrales Probenlager, in dem 2,5 Millionen biologische Proben bei minus 80 Grad Celsius gelagert werden. Sie bilden die Grundlage für die Entwicklung neuer Tests und die Optimierung bestehender Verfahren. Der Forschungsbetrieb sei zudem CO2-frei, so Roche.
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