Starlab Stimmungsbarometer: Nachhaltigkeit weiter vorne

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Unter den häufigsten Antworten, in welchen Bereichen sich Labore weiterentwickeln wollen, lagen interdisziplinäres Denken, digitale Kompetenzen, Soft Skills, nachhaltiges Arbeiten. © Starlab
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Auch in diesem Jahr hat die Firma Starlab wieder eine Umfrage zum Stimmungsbarometer der Laborbranche durchgeführt. Das Ergebnis: Die Bereitschaft zum Wandel für mehr Nachhaltigkeit ist weiter da, doch die Umsetzungen sinken.

Nachhaltigkeit ist in allen Branchen und Bereichen ein Thema. Auch für Labore bedeutet Nachhaltigkeit eine Chance für mehr Ökonomie als auch Ökologie. Doch wie lässt sich das in der Praxis umsetzen? Welche Hürden gilt es zu überwinden und wie schätzen die Labore den Einsatz von KI? Die Firma Starlab hat wieder ihre jährliche Umfrage zur aktuellen Stimmungslage der Laborbranche durchgeführt und die Ergebnisse vorgestellt. Hierfür wurden 368 Kundinnen und Kunden aus Deutschland, der Schweiz, Italien, Frankreich, Österreich und dem Vereinigten Königreich befragt, mehr als die Hälfte der Befragten (58 %) sind Labormanager/Labortechniker. 

Trends erkannt

Es zeigte sich, dass weiterhin der Großteil bereit ist zum Wandel. 78 % haben Recycling-Programme implementiert, 67 % nutzen Sammelbestellungen um Verpackungs- und Transportkosten zu sparen, 58 setzen Mehrwegsysteme ein und 64 % würden auf recycelte Materialien zurückgreifen, wenn die Qualität überzeugt. Doch zur Befragung in 2025 hinkt es in der Umsetzung. Während 90 % Trends zu Recycling-Programmen in 2025 erkannt haben, geben nur 78 % an, Maßnahmen auch umgesetzt zu haben. Bei den digitalen Lösungen sind es 56 % zu 33 % umgesetzter Maßnahmen und bei den Wassersparmaßnahmen wurde weniger als die Hälfte umgesetzt (59 % zu 24 %).

Dabei sind die Motivatoren klar erkennbar: zum Umweltschutz und um Kosten zu sparen. Auch wenn es keinen grundsätzlichen Widerstand gegen Nachhaltigkeit gäbe, zeigt die Umfrage, dass Labore Nachhaltigkeit noch besser verstehen müssen. Es muss über alle Abteilungen hinweg realisiert werden, dann lassen sich die Maßnahmen refinanzieren. Zudem fehlt es an Finanzierungsmöglichkeiten/Budget. Auch wenn Materialkosten und -verbrauch gleich bleiben und 57 % angibt Sparmaßnahmen umzusetzen. Doch wird an der falschen Stelle gespart? 54 % sparen beim Personal und stellen weniger ein, drei Viertel sparen in der Investition von Geräten, doch immerhin geben nur 22 % an, bei Konferenzen und Weiterbildungen zu sparen.

Neben fehlendem Budget sehen die meisten Befragten die bürokratische Belastung als Blockade für mehr Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung, vor allem in Deutschland (siehe Abbildung).  Dadurch sinkt jedoch die Zufriedenheit und das Stressniveau steigt. Dabei gibt es noch ein großes Potenzial für Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den drei Bereichen digitale Lösungen, Wassersparmaßnahmen und energiesparende Laborgeräte und Laborausrüstung. Dr. Lennart Walter, Senior Product Manager bei Starlab sieht ein Kosten-Paradox: „ 36 % nennen Kostenersparnis als Motivator für Nachhaltigkeit. Doch mögliche Einsparungen verschwinden und kommen nicht den Sparenden zugute. Dadurch sinkt die Sparbereitschaft, die eigentlich ein Investitionsmittel sein könnte.“ 

Weitere Ergebnisse

Eine überraschende Erkenntnis: 74 % der Befragten beurteilen soziale Kompetenzen als genauso wichtig oder wichtiger als fachliche Kompetenz. So positioniert sich Teamarbeit als stärkster Motivator im Laboralltag. Dabei sehen die meisten KI nicht als Problem. Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt KI gelegentlich oder regelmäßig (58 %) und genauso viele sehen KI nicht als Konkurrenz, da ihr Job zu komplex sei für einen kompletten Ersatz durch KI. Stattdessen wird KI als Möglichkeit gesehen, wettbewerbsfähiger zu werden. Dafür müssten jedoch Restriktionen und Bürokratie verringert werden, um stattdessen mithilfe von KI neue Arbeitsfelder und Umsätze generieren zu können. 

Fazit

Das Stimmungsbarometer zeigt das noch bestehende und bisher ungenutzte Potenzial der Laborbranche, nachhaltig zu agieren. Dabei sind Bürokratie und fehlende Investitionen in die wissenschaftliche Strukturen und praktische Lösungen wichtige Faktoren, die diesen Prozess behindern. Gerade bei digitalen Lösungen und Wassersparmaßnahmen gibt es noch 30 bis 40 % Einsparpotenzial. Doch hierfür muss abteilungsübergreifend nachhaltig gehandelt werden. Nur im gesammelten Verbund können die Ziele erreicht und Potenziale ausgeschöpft werden. Statt am Personal sollte bei Lüftungsraten, (nächtlichen) Temperaturen in leeren Laboren als auch falschen Routinen gespart werden. Denn Investitionen in Nachhaltigkeit lassen sich durch nachhaltiges Verhalten refinanzieren. Auch KI kann in diesen Aspekten helfen, Arbeitsfelder neu zu denken und neue Umsätze zu generieren.

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