Streptomyceten: neuer antiviraler Wirkstoff
Streptomyceten sorgen insgesamt für mehr als zwei Drittel der medizinisch eingesetzten Wirkstoffe natürlichen Ursprungs. Damit schützen sie sich vor anderen Mikroorganismen. Neben diesen Stoffen produzieren diese Bakterien auch andere Moleküle, die vor Viren schützen. Ein bekanntes Molekül dieser Art ist Daunorubicin. Es wird bereits in der Krebstherapie eingesetzt, da es das Zellwachstum hemmt. Nun konnten Forschende nachweisen, dass Daunorubicin auch gegen Phagen wirkt.
Störung der Phagen
Forschende der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und der Forschungszentrums Jülich (FZJ) haben zusammen mit anderen Kolleginnen und Kollegen aus Zürich und Marburg die antivirale Wirkung untersucht und entschlüsselt. Dieser antivirale Mechanismus richtet sich jedoch vor allem gegen Phagen, eine Art der Viren, die Bakterien befällt. Das Molekül sorgt dafür, dass die Reproduktion der Phagen gestört wird. Wenn ein Phage ein Bakterium befällt, wird ein gegenseitiger Zerstörungsprozess ausgelöst. Daunorubicin schafft es, den Infektionszyklus in einem frühen Stadium zu unterbinden oder zu verzögern. Toxische virale Proteine werden gebildet, welche die Bakterienzelle vorzeitig töten und damit auch die Virusinfektion unterbinden. Diese Proteine werden eigentlich in strikt regulierten Mengen benötigt.
Zudem dient Daunorubicin dazu, andere Verteidigungsmechanismen des Bakteriums zu unterstützen. Dadurch kann das Bakterium überleben, der Phage hingegen kann sich nicht ausbreiten, erläutert Erstautorin Dr. Larissa Ernst den Wirkmechanismus. So kann nicht nur der Wirkmechanismus verstanden, sondern auch für die Weiterentwicklung der Phagentherapie verwendet werden. Diese Viren spielen gerade in Zeiten von steigenden Antibiotikaresistenzen eine wichtige Rolle zur Behandlung von Infektionen. Die oft stattfindende Kombination mit Antibiotika macht es notwendig, die bakteriellen Abwehrmechanismen zu verstehen.
Quelle: idw
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