Thrombose und Aortenaneurysma: gemeinsamer Auslöser
Für die Blutstillung sind Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt, lebenswichtig. Gerät deren Aktivierung dennoch außer Kontrolle, kann es zu gefährlichen Thrombosen kommen, die zu Herzinfarkten oder Schlaganfälle führen können – gefährlichen kardiovaskulären Erkrankungen, die zu den häufigsten Todesursachen zählen. Bauchaortenaneurysmen hingegen entstehen durch eine andauernde Schwächung der Gefäßwand als Folge einer Arteriosklerose. Schließen sich Entzündungsprozesse an, kann die Hauptschlagader im Bauchraum geschwächt werden und krankhaft erweitern – es bildet sich ein Aneurysma der Bauchaorta. Medikamentöse Behandlungen gibt es bisher nicht, da das Aneurysma oft erst entdeckt wird, wenn es zur lebensbedrohlichen Ruptur kommt.
Gemeinsamer Nenner
Die aktuelle Studie konnte nun einen gemeinsamen Nenner beider Erkrankungen feststellen. Eine spezifische Wechselwirkung zwischen Thrombozyten und Erythrozyten kann eine zentrale Rolle für beide Erkrankungen spielen. Auch Erythrozyten können gerinnungsfördernde Eigenschaften entwickeln. Entscheidend ist hier das Zusammenspiel mit den Thrombozyten, sie verstärken ihre gerinnungsfördernde Wirkung durch direkten Kontakt miteinander. Vermittler sind die Proteine CD36 und TSP-1. Im Mausmodell zeigte eine gezielte Unterbrechung dieser Signalachse, dass die Tiere sowohl vor einer Thrombose als auch einem Bauchaortenaneurysma geschützt waren.
Die Studie zeigt erstmalig einen gemeinsamen molekularen Ansatz beider Erkrankungen und ermöglicht die Entwicklung medikamentöser Therapien, vor allem für das abdominale Aneurysma.
Quelle: idw
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