VRE-Bakterien: Antikörper-basierte Schnelltests?
Enterokokken können eine Reihe von Infektionen verursachen, dazu zählen Harnwegsinfektionen, Wundinfektionen, Peritonitiden oder auch schwere Infektionen wie Bakteriämien/Septikämien und Endokarditiden. Gerade die Enterokokkenseptikämien haben oft schwerwiegende Folgen mit einer Gesamtmortalitätsrate von 28 bis 58% [1]. Enterococcus faecium stellt ein bedeutendes Problem als nosokomialer Infektionserreger dar. Vancomycin-resistente Enterococcus faecium (VRE) zählen zu den besonders besorgniserregenden antibiotikaresistenten Problemkeimen, da ihre Behandlung stark eingeschränkt ist. Die Resistenz beruht auf den Enzymkomplexen VanA oder VanB, die Vancomycin unwirksam machen. VanB wird jedoch in gängigen Empfindlichkeitstests der Diagnostik oft nicht zuverlässig erkannt, was zu ineffektiven Therapien und einer weiteren Ausbreitung von VRE führen kann. Dies soll sich künftig ändern.
Schnelltest für den diagnostischen Alltag
Das Team von Dr. Alexander Klimka, Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene (IMMIH) arbeitet gemeinsamen mit Dr. Paul Higgins (IMMIH und DZIF) und einem belgischen Industriepartner an der Entwicklung eines Antikörper-basierten VRE-Schnelltests. Dieser soll die Expression von VanA und VanB zuverlässig nachweisen. Der Prototyp dieses VRE-Schnelltests soll dann mit verschiedenen klinischen Isolaten und mithilfe eines in-vitro-Darmmodells von Dr. Thomas Fließwasser (UK Bonn) evaluiert werden, um ihn danach mit dem Industriepartner zur Marktreife zu bringen. „Unser Ziel ist es, einen Schnelltest zu entwickeln, der beide Resistenzmechanismen sicher erfasst und sich unkompliziert in den diagnostischen Alltag integrieren lässt“, sagt Klimka. Dazu soll Dr. Tamara Rügamer, Oberärztin am IMMIH, in einer klinischen Studie testen, ob sich der Test auch in den Arbeitsablauf eines universitären Diagnostiklabors integrieren lässt. Ziel bleibt es, die Diagnostik von VRE zu vereinfachen und Kosten zu sparen.
Quelle: DZIF
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