WearALab: Miniaturlabor auf der Haut
Neue Messsysteme können dauerhaft physiologische und biochemische Parameter überprüfen. Neue Technologien bieten damit die Möglichkeit, die Diagnostik weiter in den Alltag von Patientinnen und Patienten zu integrieren. Doch es fehlen geeignete medizinische Produkte, die solche Werte bereitstellen können. An einem neuen medizinischen Produkt arbeitet ein Forschungsteam der Hochschule Koblenz. Im Projekt „Autarke Mini-Analyseplattform auf der Haut – WearALab“ soll ein Miniaturlabor entwickelt werden, welches auf der Haut getragen wird und mithilfe einer Mikronadel-Technologie Biomarker minimalinvasiv und kontinuierlich messen kann.
Schmerzfreie Messungen
Entwickelt werden sollen Mikronadel-Array-Patches (MAP) – innovative Pflaster mit vielen mikroskopisch kleinen Nadeln, die schmerzfrei in de oberste Hautschicht eindringen können. So werden keine Schmerzrezeptoren erreicht oder Blutgefäße verletzt, aber Zwischenzellflüssigkeit kann aufgenommen werden. Darin enthalten sind Biomarker wie Glukose, Elektrolyte oder Laktat, die dann bestimmt werden können. Ein wichtiger Vorteil: die Analyse erfolgt optisch, es werden keine chemischen Reagenzien verbraucht, weshalb die Sensoren länger eingesetzt werden können als bisherige Systeme.
„Diese Technologie bietet zahlreiche Vorteile, die zu einer hohen Akzeptanz bei Patientinnen und Patienten beitragen können“, erklärt Prof. Dr. Lukas Scheef, Leiter des Forschungsprojekts. Er fügt hinzu: „Die neuen Wearables sollen den Nutzenden eine schmerzfreie Anwendung bei gleichzeitig möglichst langer Tragedauer ermöglichen.“ Die Nutzung ist durch ein "stick and go"-Prinzip für die Anwenderinnen und Anwender einfach handzuhaben und das System funktioniert batterielos. Eingesetzt werden kann es in der ambulanten Langzeitbegleitung von Patientinnen und Patienten oder als Trainings- und Wettkampfüberwachung im Sport.
Das Projekt erhielt nun für die nächsten vier Jahre eine Förderung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) von 1,5 Millionen Euro.
Quelle: idw
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