Weitere Tuberkulosefälle im Schul-/Kita-Umfeld
Das örtliche Gesundheitsamt hatte betont, dass die unmittelbaren Kontaktpersonen des infizierten Kindes ermittelt worden seien. Die Eltern des infizierten Kindes seien bereits auf Tbc getestet worden – das Ergebnis sei negativ gewesen, was die Frage aufwirft, wo sich das Kind angesteckt hatte. Für alle Kinder und Mitarbeitende dieser Kindertageseinrichtung sollen noch in dieser Woche vorsorglich Tests auf Tuberkulose durchgeführt werden. Die Ergebnisse dieser angeordneten Untersuchungen sollen nach wenigen Tagen vorliegen. Ob sich die betroffene Familie in Quarantäne befindet, hatte das Gesundheitsamt nicht mitgeteilt. Ziel aller Maßnahmen sei es aber, eine mögliche Übertragung des Erregers frühzeitig zu erkennen und auszuschließen.
Tuberkulose auf dem Vormarsch
Hierzulande wurden laut RKI im vergangenen Jahr 4.031 Fälle von Tb erfasst, im Vorjahr waren es 4.408 Fälle. Für 2026 sind es schon 273 Fälle. In UK wurden 2024 5.480 Fälle von aktiver TB gemeldet. Dies entsprach einem Anstieg um 13% (zuvor +11%). Damit lag die Rate bereits bei 9,5 pro 100.000. Sie verfehlte nur knapp die Schwelle von 10, ab der die WHO einen „low burden“ festlegt. In Teilgebieten Englands gab es jedoch schon Inzidenzraten von 40/100.000. Die Sterberate in England lag bei 4,7%. Laut ECDC lag Deutschland 2022 bei einer Rate von 4,9/100.000. EU-"Spitzenreiter" war dagegen Rumänien mit 48,68/100.000. Beim Nachbarn Polen erreichte die Inzidenz 11,46/100.000. Portugal lag bei 14,63/100.000. Besonders problematisch sind die Resistenzen. So gab es in Deutschland 2022 156 MDR-Fälle, 2024 waren es 157 Fälle.
Ergänzung vom 6.2.26:
Inzwischen liegen laut örtlichem Gesundheitsamt bereits weitere Testergebnisse aus dem näheren Umfeld des Kindes vor. Diese seien negativ. Zum wahrscheinlichen Infektionsweg des Kindes wollte sich das Gesundheitsamt nicht näher äußern. Ob es sich um resistente Stämme handelt, wurde auf Nachfrage nicht mitgeteilt. Bestätigt wurde, dass es sich bei dem Kind um eine ansteckungsfähige (=offene) Tuberkulose handelt. Betroffene mit einer offenen Tuberkulose werden solange isoliert, wie dies notwendig sei und keine weitere Ansteckungsgefahr bestehe, wurde betont. Es gibt laut Behörde keine Informationen darüber, dass es eine Verbindung zum Fall am Berufsschulzentrum Kamenz gibt. Auch eine Verbindung zur Ukraine wird dementiert.
Artikel teilen




