Weniger Herzinfarkte, mehr Diabetes

Gesundheitsatlas
mg
Deutschlandkarte mit Angaben zu Herzinfarktraten pro Bundesland
"Fairer" Bundesländer-Vergleich: Niedrigste Herzinfarkt-Rate in Sachsen © Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)
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Herzinfarkte machen seit Jahren einen hohen Anteil der Herz- und Kreislauferkrankungen aus. Doch wie der Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt, macht sich ein Rückgang bemerkbar, während die Rate für Diabetes mellitus Typ 2 steigt.

Beim Gesundheitsatlas werden Zahlen zu insgesamt 26 Erkrankungen regelmäßig vorgestellt, aktualisiert und auf Landkreisebene transparent gemacht. Die jetzt vorliegende Aktualisierung betrifft das Jahr 2024 und basieren auf den Krankenkassen-Routinedaten der mehr als 27 Millionen AOK-Versicherten. Diese wurden hochgerechnet auf die gesamte Bevölkerung Deutschlands mit einem alters-, geschlechts- und morbiditätsadjustiertem Verfahren. Die aktuelle Auswertung zeigt im Vergleich der letzten Jahre und insbesondere zum letzten Stand von 2022 einen Rückgang der Herzinfarktraten, jedoch einen Anstieg des Bluthochdrucks und der Fälle an Diabetes mellitus Typ 2, beides Risikofaktoren für koronare Herzerkrankungen und Herzinfarkte.

Positiver Trend bei Herzinfarkten

Somit wurden im Jahr 2024 in deutschen Krankenhäusern rund 185.400 Herzinfarkte dokumentiert – das sind etwa 30.000 Fälle weniger als im Jahr 2017 und entspricht einem Rückgang von 14 Prozent. Pro 100.000 Personen gab es demnach 320 Herzinfarkte, im Jahr 2017 war es noch eine Rate von 380 Fällen je 100.000 Personen. Ein Grund für diesen positiven Trend dürften Veränderungen im Lebensstil sein: Rauchverzicht und eine bessere medizinische Behandlung. Die negative Entwicklung in den Bereichen der Risikofaktoren für Herzerkrankungen, Diabetes und Bluthochdruck, hingegen lassen offen, wie sich der Trend in den nächsten Jahren fortsetzen wird. 

Seit 2017 stellt der Bericht in der Bevölkerung ab 20 Jahren einen Anstieg von 0,6 Prozentpunkten der Diabeteserkrankungen zu 2024 fest (2017: 10,6 Prozent, 2024: 11,2 Prozent). Beim Blutdruck liegt der Anstieg sogar bei 1,1 Prozent (2017: 28,8 Prozent, 2024: 29,9 Prozent). Dabei gelten für Herzinfarkte die gleichen Voraussetzungen zur Vorsorge wie bei Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck: durch einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, Rauchverzicht und ausreichend körperlicher Aktivität lässt sich das Risiko senken.

Geschlechterunterschiede

Bei den Herzinfarkten zeigt sich zudem der deutliche Anstieg im Alter. Auch ein Geschlechterunterschied ist sichtbar, Männer erleiden weiterhin deutlich häufiger einen Herzinfarkt als Frauen. Im Gegensatz zu den 320 Herzinfarkten pro 100.000 Personen liegt die Rate in der Gruppe der 85- bis 89-jährigen Männer bei 1.240 Fällen, während in der gleichen Altersgruppe der Frauen nur 720 je 100.000 betroffen waren. Dieser große Unterschied könne laut Helmut Schröder, Geschäftsführer des WIdO, nicht nur mit Lebensstilfaktoren und biologischen Gründen erklärt werden. Wahrscheinlich ist auch, dass bei Frauen ein Herzinfarkt seltener diagnostiziert wird aufgrund der unterschiedlichen Art und Intensität der Symptome.

Auch nach Bundesländern wurde im Bericht aufgeschlüsselt. So besitzen Bremen mit 370 und Thüringen mit 340 die höchste Herzinfarktrate je 100.000 Personen ab 30 Jahren (rechnerisch bereinigt), während Sachsen die niedrigste Rate von 270 besitzt. Sämtliche Daten sind auch unter www.gesundheitsatlas-deutschland.de zu finden.

Quelle: idw

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