Endoskope als Erregerquelle
Ursächlich liegt dieser Resistenz die Fähigkeit zur Bildung eines Enzyms, der Carbapenemase, zugrunde. Dieses Enzym kann den spezifischen ß-Laktamring auflösen und das Carbapenem-Antibiotikum damit unwirksam machen. Da die Keime meist gleichzeitig andere ß-Laktamasen bilden, besteht in der Regel eine Multiresistenz gegen Breitspektrum-Penicilline und Cephalosporine (Tabelle 1). Nach der Einteilung des Robert Koch-Instituts handelt es sich um sogenannte 4MRGN-Erreger [1]. Diese Keime sind gegen Penicilline, Cephalosporine, Fluorchinolone und Carbapeneme resistent.
Multiple genetische Typen derartiger Carbapenemasen sind inzwischen bekannt. Das Problem betrifft in großen Krankenhäusern der USA bereits etwa 5 % aller klinischen K.-pneumoniae-Isolate. Die antibiotische Behandlung von systemischen Infektionen durch diese Keime wird daher immer schwieriger.
Einschleppung der multiresistenten Erreger aus dem Ausland
Die multiresistenten K.-pneumoniae-Stämme werden häufig von Fernreisen oder Reisen in den mediterranen Raum mitgebracht, wo sie bei Kontakten zum Gesundheitswesen erworben werden. Ein solcher Erwerb kann unbemerkt vonstatten gehen, sodass die Erreger erst Wochen oder Monate später bei einer Abstrichentnahme in Deutschland nachgewiesen werden. Oft sind nach einem mehrtägigen Klinikaufenthalt der Indexpatientin/des Indexpatienten bereits Mitpatienten kolonisiert oder infiziert. Der Mechanismus der Übertragung ist meist in Hygienefehlern zu suchen (ungenügende Händehygiene, Kontamination von Kontaktflächen).
Ein unerwarteter Übertragungsmodus zeigte sich bei einem Ausbruch multiresistenter K.-pneumoniae-Keime in einem norddeutschen Klinikum. Von 32 betroffenen Patientinnen und Patienten erwarben 16 (50 %) den Keim im Rahmen einer Endoskopie [2].
Entnommen aus MT im Dialog 02/2026
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