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Hygiene in der Radiologie

Wie hoch ist die Compliance mit der Händehygiene und Flächendesinfektion?
Hardy-Thorsten Panknin, Matthias Trautmann
Darstellung des Wortes „Hygiene“ mittels Handzeichen
© M.Dörr & M.Frommherz/stock.adobe.com
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Radiologische Untersuchungs- und Behandlungseinrichtungen werden oft von mehr als 100 Patienten pro Tag besucht. Das Spektrum der durchgeführten Untersuchungen reicht dabei von klassischen Röntgenuntersuchungen über Computertomografie-, Magnetresonanztomografie- und Ultraschalldiagnostik bis hin zu interventionellen Eingriffen. Neben den verantwortlichen Radio­loginnen und Radiologen haben die versorgten Patienten Kontakt mit Mitarbeitenden an der Rezeption, mit dem technischen Personal (MTR) an den verschiedenen radiologischen Geräten sowie Praktikanten und Hilfskräften.

Der hohe Patientendurchsatz geht mit einem deutlich erhöhten Risiko der Übertragung von Krankheitserregern einher. Keime können einerseits durch die physischen Kontakte zum Personal während der Lagerung auf den Geräten, der Injektion von Kontrastmitteln oder der Handhabung von Ultraschallsonden übertragen werden. Andererseits können auch die Flächen und Geräte selbst kontaminiert werden, wodurch nachfolgende Patienten beispielsweise multiresistente bakterielle Erreger erwerben und weitertragen können. Adäquate Hygienemaßnahmen sollten daher in radiologischen Einrichtungen einen hohen Stellenwert haben. Inwieweit die Hygiene im Alltag derartiger Einrichtungen gelebt und umgesetzt wird, wurde in einer Observationsstudie in Hongkong untersucht, die kürzlich publiziert wurde [1].

Methodik der Studie

Die Studie wurde in der radiologischen Abteilung eines 600-Betten-Krankenhauses der Maximalversorgung in Kowloon, einem Stadtteil von Hongkong, durchgeführt. Der Studienzeitraum erstreckte sich von Januar bis April 2019 (11 Wochen). Die radiologische Abteilung gliederte sich in:

  • einen Computertomografie-(CT-)Bereich,

  • einen Magnetresonanztomografie-(MRT-)Bereich,

  • eine Ultraschall-(US-)Einheit,

  • Interventionsräume (IR),

  • Räume mit konventionellen Röntgengeräten,

  • einen Wartebereich für mobile Patienten sowie

  • einen Abholbereich für transportierte Patienten.

Die Durchführung der Händehygiene wurde bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Radiologie durch direkte Beobachtung evaluiert. In jedem der oben genannten Bereiche mit Ausnahme der Warte- und Abholbereiche wurden mindestens 200 Beobachtungen während der Tagesschichten an Wochentagen durchgeführt. Weitere Beobachtungen erfolgten zu anderen persönlichen Hygienemaßnahmen, wie zum Beispiel Anlegen von Einmalhandschuhen, wo diese als erforderlich anzusehen waren, Anlegen eines Mund-Nasen-Schutzes, rechtzeitiger Entsorgung von Müll, Wechsel von benutzten Textilien, Anlegen von Schutzkleidung bei Infektionspatienten sowie korrektem Abwurf von spitzen und scharfen Utensilien.

 

Entnommen aus MT im Dialog 08/2026

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