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Mobiltelefone im Krankenhaus

Teilweise bis zu fast 24 % mit multiresistenten Erregern belastet
Hardy-Thorsten Panknin, Matthias Trautmann
Foto einer Person in Medizinerkleidung bei der Bedienung eines Smartphones
© Oostendorp/peopleimages.com/stock.adobe.com
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Hintergrund: Mobiltelefone sind heute ein Alltagsgegenstand geworden, der ähnlich häufig benutzt wird wie Essbesteck oder Geschirr. Im Gegensatz zu den letztgenannten Utensilien machen sich die meisten Nutzer jedoch keine Gedanken über eine Reinigung oder Desinfektion. Dass die Geräte sehr leicht zum Reservoir von Krankheitserregern werden können, ist vielen Menschen nicht bewusst. Dabei wandern die Geräte meist zwischen dem Ohr und den Händen hin und her und werden nicht selten auch anderen Personen in die Hand gegeben, um Fotos oder Informationen zu teilen.

Im Krankenhaus werden häufig sowohl private als auch dienst­liche Mobiltelefone genutzt. Dienstliche Telefone werden von Nachtdiensthabenden oder Mitarbeitern in Notfallbereitschaft genutzt. Sie werden nach Ende einer Schicht an den nachfolgenden Diensthabenden weitergegeben. Zwischendurch stehen sie in einer Ladestation, über deren Reinigung man sich ebenso wenig Gedanken macht. Private Mobiltelefone werden dienstlich genutzt, indem beispielsweise Dienstpläne aus Klinikservern „downgeloaded“ oder Abfragen zur Urlaubsplanung zwischen Mitarbeitern ausgetauscht werden. Die Häufigkeit einer Desinfektion ist dabei in den Hygieneplänen oft nicht reguliert. Die Geräte können damit sehr leicht zur Erregerquelle werden.

Eine mikrobiologisch-hygienische Studie aus dem Universitätsklinikum Frankfurt am Main untersuchte die Frage, ob und wie häufig die Geräte in der Klinik mit multiresistenten Erregern kontaminiert sind und ob eine Oberflächendesinfektion mit einem hierfür geeigneten „Sensitiv“-Produkt wirksam sein kann [1].

Methodik

Im Universitätsklinikum von Frankfurt am Main wurden über einen Zeitraum von 30 Monaten Mobiltelefone von medizinischen und nicht medizinischen Mitarbeitern zufällig ausgewählt und mikrobiologisch untersucht. Das Klinikum verfügt über 1.500 Betten und 33 Fachabteilungen. Für Mobiltelefone gab es während des Studienzeitraums keine expliziten Vorschriften zur Reinigung und/oder Desinfektion. Die beprobten Geräte wurden je nach ihrem Besitzer beziehungsweise Nutzer eingeteilt in

Geräte von medizinischen Mitarbeitern; hierunter verstanden die Studienautoren Ärzte, Pflegekräfte und andere direkt am Patienten tätige Mitarbeiter/-innen aus Medizinalfachberufen, sowie Geräte nicht medizinischer Mitarbeiter. In diese Gruppe wurden Studenten in der vorklinischen Ausbildung und Verwaltungsangehörige eingeordnet.

Von der Oberfläche der Telefone wurden quantitative Proben zur Bestimmung der Gesamtkeimzahl schnell wachsender Erreger gezogen und Selektivkulturen zur Detektion multiresistenter Erreger durchgeführt. Als multiresistente Erreger wurden methicillin-­resistente Staphylococcus aureus (MRSA), ESBL-bildende Enterobakteriazeen sowie Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) berücksichtigt. Die Studie wurde so lange weitergeführt, bis mindestens 200 Telefone pro Gruppe eingeschlossen worden waren.

 

Entnommen aus MT im Dialog 08/2026

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