Künstliche Intelligenz in der Lahmheitsdiagnostik beim Pferd

Methoden, praktische Anwendung und Fallbeispiel
Jens Körner
Visualisierung der künstlichen Intelligenz
© sabida/stock.adobe.com
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Lahmheiten gehören zu den häufigsten Vorstellungsgründen in der Pferdemedizin, insbesondere im Sportpferdebereich. Die visuelle Einschätzung subtiler asymmetrischer Bewegungsmuster weist jedoch nachweislich eine eingeschränkte Wiederholbarkeit auf. Studien zeigen, dass selbst erfahrene Untersuchende bei geringgradigen Lahmheiten zu unterschiedlichen Bewertungen gelangen können [1, 2].

Zusammenfassung

Die Beurteilung geringgradiger oder intermittierender Lahmheiten beim Pferd stellt trotz erfahrungsbasierter klinischer Routine eine diagnostische Herausforderung dar. Künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht eine objektivere Analyse von Bewegungs- und Belastungsmustern mittels videobasierter Verfahren oder sensorischer Messsysteme. Dieser Beitrag beschreibt die methodischen Grundlagen KI-gestützter Lahmheitsdiagnostik, diskutiert deren klinische Relevanz und Grenzen und illustriert ihre Anwendung anhand eines Sportpferdes mit einem Sehnenschaden. Die Systeme dienen nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung der klassischen orthopädischen Untersuchung.

Schlüsselwörter: Lahmheit, Ganganalyse, künstliche Intelligenz, Sportpferd, Hufdruckmessung/Bodenreaktionskräfte

Abstract

The evaluation of subtle or intermittent lameness in horses remains challenging, even for experienced clinicians. Artificial intelligence (AI) offers more objective gait and load assessment through video-based and sensor-based technologies. This article outlines the methodological principles of AI-assisted lameness diagnostics, discusses clinical advantages and limitations, and illustrates their application in a sport horse with a tendon lesion. AI systems complement – but do not replace – the traditional orthopaedic examination.

Keywords: lameness; gait analysis; artificial intelligence; sport horse; hoof load measurement/ground, reaction forces

DOI: 10.53180/MTIMDIALOG.2026.0262

 

Entnommen aus MT im Dialog 04/2026

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