Bessere Behandlungschancen für aggressiven Weichteiltumor
Vor allem bei jungen Männern tritt der desmoplastische klein- und rundzellige Tumor (DSRCT) auf – ein sehr aggressiver Weichteiltumor. Doch da er so selten ist, gibt es kaum klinische Studien oder personalisierte Therapien. Zudem weist der Tumor wenige genetische Veränderungen auf, weshalb die Tumoren selten auf gängige Immuntherapien reagieren oder auch auf klassische zielgerichtete Therapien reagieren. Schon die Diagnosestellung gestaltet sich oft schwierig und der Krebs wird zunächst als andere Krebsart eingeordnet. Die meisten betroffenen versterben innerhalb der ersten drei Jahre nach Diagnose.
Personalisierte Therapien
Ein Team des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg hat daher aufwendige molekulare Analysen bei 30 Patientinnen und Patienten mit DSRCT durchgeführt. Aufgrund der Analyse konnten bei 28 von 30 Teilnehmenden personalisierte Therapien empfohlen werden, bei 13 Personen wurden diese umgesetzt und auch hierzu Daten gesammelt, wie die Patientinnen und Patienten auf die Therapie ansprechen. Eine wichtige Erkenntnis der Analysen war der Nachweis bestimmter Proteine, die häufig im Tumorgewebe zu finden waren. Diese können mit neuartigen, zielgerichteten Therapien behandelt werden, vor allem mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC) und CAR-T-Zellen.
Mit einem ADC konnten die Forschenden sogar eine Tumorkontrolle bei zwei Betroffenen beobachten, bei einer Person sogar über zwei Jahre. Zudem zeigte sich, dass sich in acht von 30 Fällen die Tumoren durch die molekulare Analyse richtig diagnostizieren ließen. Dies unterstreicht den Nutzen der molekularen Diagnostik, vor allem bei seltenen Tumorarten.
Quelle: idw
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