Bessere Behandlungschancen für aggressiven Weichteiltumor

mg
 Wissenschaftlerin im Labor untersucht eine Probe, umgeben von Reagenzgläsern mit blauer und roter Flüssigkeit, Mikroskop im Hintergrund.
© Phimwilai/stock.adobe.com
Newsletter­anmeldung

Bleiben Sie auf dem Laufenden. Der MT-Dialog-Newsletter informiert Sie jede Woche kostenfrei über die wichtigsten Branchen-News, aktuelle Themen und die neusten Stellenangebote.

Formularfelder Newsletteranmeldung

* Pflichtfeld

Da er so selten ist, gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Behandlungsoptionen für den desmoplastisch klein- und rundzelligen Tumor. Eine detaillierte molekulare Analyse des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen bietet nun die Option personalisierter Therapien.

Vor allem bei jungen Männern tritt der desmoplastische klein- und rundzellige Tumor (DSRCT) auf – ein sehr aggressiver Weichteiltumor. Doch da er so selten ist, gibt es kaum klinische Studien oder personalisierte Therapien. Zudem weist der Tumor wenige genetische Veränderungen auf, weshalb die Tumoren selten auf gängige Immuntherapien reagieren oder auch auf klassische zielgerichtete Therapien reagieren. Schon die Diagnosestellung gestaltet sich oft schwierig und der Krebs wird zunächst als andere Krebsart eingeordnet. Die meisten betroffenen versterben innerhalb der ersten drei Jahre nach Diagnose.

Personalisierte Therapien

Ein Team des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg hat daher aufwendige molekulare Analysen bei 30 Patientinnen und Patienten mit DSRCT durchgeführt. Aufgrund der Analyse konnten bei 28 von 30 Teilnehmenden personalisierte Therapien empfohlen werden, bei 13 Personen wurden diese umgesetzt und auch hierzu Daten gesammelt, wie die Patientinnen und Patienten auf die Therapie ansprechen. Eine wichtige Erkenntnis der Analysen war der Nachweis bestimmter Proteine, die häufig im Tumorgewebe zu finden waren. Diese können mit neuartigen, zielgerichteten Therapien behandelt werden, vor allem mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC) und CAR-T-Zellen. 

Mit einem ADC konnten die Forschenden sogar eine Tumorkontrolle bei zwei Betroffenen beobachten, bei einer Person sogar über zwei Jahre. Zudem zeigte sich, dass sich in acht von 30 Fällen die Tumoren durch die molekulare Analyse richtig diagnostizieren ließen. Dies unterstreicht den Nutzen der molekularen Diagnostik, vor allem bei seltenen Tumorarten. 

Literatur:
Renner, M., Oleś, M., Paramasivam, N. et al.: Multi-layered molecular profiling informs the diagnosis and targeted therapy of desmoplastic small round cell tumor. Nat Commun 17, 3397 (2026); DOI: 10.1038/s41467-026-71636-0.

Quelle: idw

Artikel teilen

Online-Angebot der MT im Dialog

Um das Online-Angebot der MT im Dialog uneingeschränkt nutzen zu können, müssen Sie sich einmalig mit Ihrer DVTA-Mitglieds- oder Abonnentennummer registrieren.

Stellen- und Rubrikenmarkt

Möchten Sie eine Anzeige in der MT im Dialog schalten?

Stellenmarkt
Industrieanzeige