Chikungunya in der Karibik: Gefahr für Reisende?

Regionale Übertragung nimmt zu
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Ein Schlid mit einer Warnung vor Chikungunya.
© khaled/stock.adobe.com
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In Deutschland hat das RKI im laufenden Jahr bisher (Stand: 5.2.) schon 49 Chikungunya-Fälle bei Reiserückkehrern erfasst. Im Gesamtjahr 2025 waren es 226 Fälle und damit ein neuer Rekord.

Ein Schwerpunkt war 2025 bei deutschen Reiserückkehrern aus Kuba zu erkennen. Das CRM Centrum für Reisemedizin weist allerdings darauf hin, dass bei Chikungunya die regionale Übertragung im gesamten Karibischen Becken zunimmt. Mehrere Länder melden erneut autochthone Infektionen, teils erstmals seit Jahren. Es wird deshalb auf ein erhöhtes Infektionsrisiko bei Reisenden hingewiesen. Empfohlen wird ein konsequenter Schutz vor Mückenstichen. Allerdings gab es auch in Europa die ersten autochthonen Fälle. So hatte am 1.7.2025 die Behörden der französischen Region Grand Est gemeldet, dass im französischen Départment Bas-Rhin eine nicht reiseassoziierte (autochthone) Infektion mit dem Chikungunya-Virus festgestellt worden sei. Autochthone Übertragungen sind in Deutschland bislang nicht bekannt, obwohl mit der Asiatischen Tigermücke regional geeignete Überträgermücken vorkommen.

Deutliche Zunahme der Infektionen

In der Karibik ist laut CRM derzeit Surinam besonders betroffen. Dort sei die Zahl der bestätigten autochthonen Chikungunya-Infektionen seit Mitte Januar innerhalb weniger Wochen von acht auf 134 Fälle angestiegen. Ein Mensch mit bestehenden Vorerkrankungen sei bereits verstorben. In den Jahren 2020 bis 2024 seien in Surinam keine lokalen Übertragungen registriert worden. Auch in Französisch-Guayana sei Mitte Januar erstmals seit elf Jahren wieder eine autochthone Infektion bestätigt worden. Während des letzten großen Ausbruchs in den Jahren 2014/2015 seien dort rund 16.000 Erkrankungen gemeldet worden. In beiden Regionen haben die Gesundheitsbehörden Maßnahmen zur Mückenbekämpfung eingeleitet.

Nicht nur Karibik betroffen

Auch außerhalb des Karibischen Beckens werden steigende Fallzahlen beobachtet. In Südamerika habe Brasilien im Bundesstaat Mato Grosso do Sul seit Jahresbeginn rund 670 Verdachtsfälle gemeldet, landesweit seien es 1.460, so das CRM. Zudem berichteten europäische Gesundheitsbehörden über eine Zunahme von Chikungunya-Erkrankungen bei Reiserückkehrern von den Seychellen: Seit Dezember seien neun bestätigte Fälle sowie vier weitere Verdachtsfälle registriert worden. „Diese Fälle zeigen deutlich, dass sich Chikungunya im Karibischen Becken und weiteren Regionen ausdehnt“, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Reisende sollten unbedingt auf sorgfältigen Mückenschutz achten und sich im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung über Impfoptionen informieren.“

Schleppen Reisende das Virus ein?

Auch weltweit meldet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für das Jahr 2025 ein Wiederauftreten der Chikungunya-Viruserkrankung in zahlreichen Ländern. Zwischen Januar und September wurden aus 40 Ländern mehr als 445.000 vermutete und bestätigte Erkrankungen sowie 155 Todesfälle berichtet. Angesichts anhaltender regionaler Ausbrüche weist die WHO darauf hin, dass infizierte Reisende das Virus in neue Gebiete einschleppen können und dort – bei Vorhandensein geeigneter Aedes-Mücken – lokale Übertragungen möglich sind. 

Impfung ist möglich

Chikungunya äußert sich meist durch hohes Fieber sowie starke Gelenk- und Muskelschmerzen, die bei einem Teil der Betroffenen über Wochen bis Monate anhalten können. Daher kommt auch der Name, der in der Sprache der Makonde im Südosten Tansanias „der gekrümmt Gehende“ bedeutet. Schwere Verläufe treten selten auf, betreffen jedoch insbesondere ältere Menschen oder Personen mit schweren Vorerkrankungen. Zum Schutz vor Chikungunya stehen inzwischen zwei Impfstoffe zur Verfügung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit Juli 2025 erstmals eine Impfung als Reiseimpfung für bestimmte Personengruppen. Vorgesehen ist sie für Reisende ab 12 Jahren in Gebiete mit aktuellem Ausbruchsgeschehen sowie bei längeren Aufenthalten oder wiederholten Reisen in Endemiegebiete bei erhöhtem Risiko für schwere Verläufe. Aber auch Personen, die gezielte Tätigkeiten mit Chikungunya-Viren gemäß Biostoffverordnung ausüben, sollten laut STIKO einen der beiden Impfstoffe unter Berücksichtigung der jeweiligen Altersgruppen als beruflich indizierte Impfung erhalten.

Mückenschutz nicht vergessen

Unabhängig von einer Impfung empfiehlt das CRM Centrum für Reisemedizin einen konsequenten Mückenschutz, darunter lange, helle Kleidung, mückenabweisende Mittel mit mindestens 30 % DEET sowie Moskitonetze. Medizinisches Personal sollte bei Reiserückkehrern mit Fieber und Gelenkschmerzen aus betroffenen Regionen auch an eine Chikungunya-Infektion denken. Frühzeitige reisemedizinische Beratung kann dazu beitragen, schwere Krankheitsverläufe und eine mögliche Einschleppung des Virus zu vermeiden.

Quelle: 
CRM Centrum für Reisemedizin, RKI, WHO

#Infektionskrankheiten

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