Demenz: Gedächtnisprobleme zur Früherkennung?

Ab wann wird es kritisch?
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Ein Kopf als Puzzle, in dem Teile fehlen.
© tadamichi/stock.adobe.com
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Wer kennt es nicht? Es fehlen Wörter, manche liegen auf der Zunge oder man hat vergessen, was man gerade machen wollte. Doch ab wann sind dies erste Hinweise auf eine Demenz?

Die Zahl der Menschen mit Demenz nimmt zu. Während derzeit etwa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland mit Demenzerkrankungen wie Alzheimer leben, gehen Hochrechnungen auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes von bis zu 2,7 Millionen Personen im Jahr 2050 aus. Da Demenzerkrankungen bislang nicht heilbar sind, konzentriert sich die Forschung bereits seit Längerem auch auf sogenannte präklinische Phasen – also frühe, noch nicht sichtbare Stadien der Erkrankung, die bereits vor dem Auftreten erster Symptome nachweisbar sind. Dabei sind subjektiv wahrgenommene Gedächtnisprobleme bei älteren Menschen weit verbreitet und stehen mit bekannten Risikofaktoren für Demenz in Zusammenhang. Ab etwa 60 Jahren bemerken viele Menschen im Alltag kleine Veränderungen ihres Gedächtnisses, etwa dass es ihnen schwerer fällt, sich an Namen oder Termine zu erinnern. Diese subjektiv wahrgenommenen Gedächtnisprobleme sind allerdings nicht automatisch ein Anzeichen für eine beginnende Demenzerkrankung.

Rund 40 Prozent erfüllten SCD Plus-Kriterien

Eine aktuelle Studie des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Universität Leipzig liefert nun neue Hinweise darauf, dass bestimmte Gedächtnisveränderungen besonders häufig gemeinsam mit bekannten Risikofaktoren für Demenz auftreten. Die von der Alzheimer Forschung Initiative e.V. geförderte Studie der Universität Leipzig wertete Daten von rund 19.000 Personen ab 60 Jahren aus Deutschland und Großbritannien aus. Rund 40 Prozent erfüllten Kriterien des sogenannten „SCD Plus“ – also subjektiver Gedächtnisveränderungen, die mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko verbunden sein können. Zusammenhänge zeigten sich mit bekannten Demenz-Risikofaktoren wie Depressionen, Bluthochdruck, Diabetes, Herzkrankheiten und Schlaganfällen. Die Hoffnung der Forscherinnen und Forscher: Die Ergebnisse könnten zur Früherkennung beitragen.

Veränderungen können viele unterschiedliche Ursachen haben

„Zunächst wollten wir wissen, wie häufig diese subjektiven Gedächtnisprobleme bei älteren Personen auftreten und welche Faktoren damit im Zusammenhang stehen, etwa bestimmte Aspekte des Lebensstils oder Vorerkrankungen“, erklärt Dr. Andrea Zülke, Wissenschaftlerin am ISAP. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass subjektive Gedächtnisprobleme bei älteren Menschen weit verbreitet sind“, betont Zülke. „Gleichzeitig zeigen sich Zusammenhänge mit verschiedenen bekannten Risikofaktoren für Demenz.“ Die Wissenschaftlerin weist jedoch darauf hin, dass subjektive Gedächtnisprobleme allein kein Hinweis auf eine spätere Demenzerkrankung sind. „Diese Veränderungen können viele unterschiedliche Ursachen haben“, so Zülke. „Aus den beobachteten Zusammenhängen lassen sich keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen ableiten.“ Allerdings wird betont, dass die Ergebnisse nahelegen, dass die SCD Plus-Kriterien möglicherweise Hinweise auf frühe Veränderungen liefern könnten, die einfach und kostengünstig zu messen wären. „Viele Menschen machen sich Sorgen, wenn sie Veränderungen ihres Gedächtnisses bemerken. Gleichzeitig wächst das Interesse an der Frage, welche Faktoren das Risiko für Alzheimer beeinflussen und was man selbst tun kann, um das persönliche Risiko zu senken“, erklärt Zülke. Die Forschenden untersuchen nun, ob und wie subjektive Gedächtnisprobleme nach den SCD Plus-Kriterien langfristig mit Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit und dem Demenzrisiko zusammenhängen. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse liefern wichtige Hinweise darauf, welche frühen Veränderungen im Alter mit einem erhöhten Demenzrisiko in Zusammenhang stehen könnten.

Literatur:
Zülke et al.: Prevalence and associated factors of subjective cognitive decline (SCD Plus): a cross-sectional analysis of three population-based European cohorts. Alzheimer's Research & Therapy (2026) 18: 130, DOI: https://doi.org/10.1186/s13195-026-02087-4

Quelle: idw/Alzheimer Forschung Initiative e.V.

#Demenz

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